SPÖ Amstetten gegen Waldrodung für neues Wertstoffzentrum
AMSTETTEN. Auf der „Oiden“ im Norden Amstettens soll ein neues Wertstoffsammelzentrum entstehen. Dafür soll ein bestehendes Waldgebiet gerodet werden. Die SPÖ spricht sich „klar gegen die Standort-Pläne“ aus.

„Die Amstettner Stadtregierung will auf der Oiden für das neue Wertstoffzentrum ein bestehendes Waldstück roden und neue Flächen versiegeln. Das ist für uns alles andere als vernünftig. Unsere Zustimmung wird dieser Standort nicht bekommen“, kritisiert SP-Klubsprecher Helfried Blutsch.
„Umweltprüfungen fehlen“
Die Idee, ein Wertstoffsammelzentrum zu errichten sei „grundsätzlich sehr gut“, der vorgesehene Standort aus Sicht der SPÖ Amstetten aber „absolut ungeeignet“. Es seien auch noch keine entsprechenden Umweltprüfungen durchgeführt worden.
Stadtrat Bernhard Wagner erklärt seinen Unmut: „Selbstverständlich unterstützen wir dieses innovative Projekt. Allerdings kann es nicht sein, dass dafür ein Waldgebiet gerodet wird. Hier muss die Rathauskoalition mit heftigem Widerstand der Amstettner Sozialdemokratie rechnen. Irritierend ist für mich auch das Vorgehen der Verantwortlichen. Am Dienstag lesen die Menschen in der Zeitung, dass das neue Wertstoffsammelzentrum auf der Oiden kommen soll, obwohl noch keinerlei Prüfungen der Umweltauswirkungen erfolgt und viele offene Fragen ungeklärt sind. Scheinbar ist es Priorität, den Wald zu Geld zu machen, sodass man große Ankündigungen macht, bevor noch irgendwelche Prüfungen erfolgt sind.“
Ersatzaufforstungen
Die von Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder (Grüne) ins Feld geführten Ersatzaufforstungen sind für die SPÖ „alles andere als ein gleichwertiger Ersatz nach der geplanten Waldrodung“. „Besonders die Grünen sollten sich Seite an Seite mit uns für eine intakte Umwelt und den Erhalt unserer Natur einsetzen. (...) Auch wenn auf irgendeiner Wiese neue Bäume gesetzt werden, werden viele tausend Quadratmeter Waldfläche versiegelt. So ist die Ersatzaufforstung nicht mehr als eine Mogelpackung“, so Wagner.
Hörlezeder: „Behutsam vorgehen“
Hörlezeder hat im Vorfeld betont, dass man bei diesem Projekt in Sachen Flächenversiegelung „sehr behutsam und möglichst kompakt beim Flächenverbrauch“ vorgehe. SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler unterstreicht , dass die SPÖ sich dafür stark machen werde, dass in Zukunft alle Projekte in Amstetten einer verpflichtenden, zusätzlichen Umweltprüfung der Gemeinde unterzogen werden müssen.
„Hierzu werden wir zeitnah einen Kriterienkatalog vorlegen, an dem sich alle künftigen Projekte orientieren. So werden wir dafür sorgen, dass negative Eingriffe in die Natur künftig im Vorfeld besprochen werden und nicht erst, wenn es schon zu spät ist“, so Riegler.


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