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Arbeiterkammer Amstetten zog Bilanz: 3,99 Millionen Euro gesichert

Michaela Aichinger, 04.03.2024 08:42

BEZIRK. Die Amstettner Bezirksstelle der Arbeiterkammer (AK) hat im Vorjahr genau 3.991.200 Euro für die Arbeitnehmer der Region gesichert. Besonders im Sozialrecht verzeichnet(e) man einen enormen Anstieg an Klagen.

(V. l.) Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Herbert Grurl mit Kammerrat Helmut Novak (Foto: mai)
  1 / 2   (V. l.) Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Herbert Grurl mit Kammerrat Helmut Novak (Foto: mai)

„Mehr als 22.000 Menschen haben vergangenes Jahr mit uns Kontakt aufgenommen“, berichtet Herbert Grurl, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer.

„Manchmal ging es nur um rasche Auskünfte zu arbeitsrechtlichen Fragen. Im Sozialrecht drehte sich ein großer Teil der Anfragen rund um Probleme bei Pensionsansprüchen oder Krankengeld“, so Grurl.

In rund 8.400 Fällen hätten die Menschen hingegen weiterführende Beratung und die Unterstützung der AK-Experten in konkreten Problemfällen benötigt.

Thema Schwerarbeitspension

Grurl: „Während im Arbeitsrecht aufgrund des ruhigeren Arbeitsmarktes, der kontinuierlichen Wirtschaftsleistung seit der Pandemie und des Mangels an Arbeitskräften die eingebrachten Beträge rückläufig sind, verzeichnen wir einen enormen Anstieg im Sozialrecht. Aktuell bearbeiten wir 60 sozialrechtliche Klagen.“

Großes Thema sei 2023 die Schwerarbeits- oder Invaliditätspension gewesen. „Wir haben im Vorjahr 77 Klagen erledigt. Und es geht so weiter : In den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres haben wir bereits 46 Klagen in Sachen Schwerarbeitspension eingereicht – zusätzlich zu 22 anderen sozialrechtlichen Klagen“, verweist Grurl auf einen massiven Anstieg in diesem Bereich.

Anträge auf Schwerarbeit würden vermehrt bescheidmäßig abgelehnt: „Wir haben Fälle, bei denen zwei Mitarbeiter 30 Jahre lang an der selben Maschine gearbeitet haben; einer erhält die Schwerarbeitspension, der andere nicht“, kritisiert Grurl.

Insolvenzen

Was Insolvenzen betreffe, so sei der Bezirk Amstetten vergleichsweise „zurückhaltend“. Grurl: „Nach Branchen gelistet haben 2023 fünf Metallfirmen, zwei Gastronomiebetriebe, fünf Handelsbetriebe, drei Baufirmen und ein Arzt Insolvenz angemeldet.“

Im Arbeits- und Sozialrecht habe man insgesamt 2.728.644 Euro gesichert – davon 1.115.446 Euro durch die Insolvenzvertretung.

Der Beratungsbereich boome jedenfalls in der AK-Bezirksstelle. „Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind“, so Grurl.

NÖ: 90,1 Millionen

Niederösterreichweit sicherte die AK 90,1 Millionen Euro für die Arbeitnehmer. Über 156.000 Menschen haben im Vorjahr Hilfe und Beratung gesucht. Auch in anderen Bezirken sei die Schwerarbeits- oder Invaliditätspension ein großes Thema gewesen.

Kammerrat Helmut Novak: „Je besser wir arbeiten, umso weniger Beratungen sind nötig. 2023 haben wir mit den rund 3,99 Millionen eingebrachten Euro im Bezirk Amstetten ein leichtes Minus im Vergleich zu 2022 verzeichnet. Das zeigt aber, dass wir in der Region gut aufgestellt sind.“

AK-Fallbeispiel: Langes Warten auf das Geld nach dem Tod des Dienstgebers
Nachdem ein Dienstgeber aus dem Bezirk Amstetten verstorben war, wurden einige Dienstnehmer zeitwidrig gekündigt, einige traten berechtigt vorzeitig aus. Der Kurator hatte letzteren dazu geraten, weil sie bereits zwei Monate lang keinen Lohn erhalten hatten.
Wenn Arbeitsverhältnisse durch den Tod des Arbeitgebers enden und es keinen Betriebsnachfolger gibt, führt das meist zu gröberen Problemen für die Dienstnehmer, um an ihr Geld zu kommen. „Forderungen müssen zeitgerecht bei Gericht angemeldet werden und solange die Erbschaft nicht geregelt ist, wird kein Geld ausbezahlt“, berichtet AK-Bezirksstellenleiter Herbert Grurl.
Die Betroffenen wandten sich daher an die AK Amstetten. Sie mussten trotz Unterstützung rund ein halbes Jahr auf ihr Geld warten. „Durch die Intervention der AK Amstetten wurden schließlich die offenen Forderungen - unter anderem der Lohn der letzten Monate, Überstunden, Sonderzahlungen und Urlaub - zeitgerecht bei Gericht angemeldet und die Betroffenen erhielten in Summe mehr als 110.000 Euro nachbezahlt“, so Grurl über den erfolgreichen Abschluss.

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