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KEMATEN/YBBS. Die SPÖ befürchtet, dass zusätzlich zur neuen Radbrücke der bestehende Radweg in Kematen/Ybbs in den Heidewald verlegt wird. Sie ortet einen „massiven Eingriff in die Natur“ und hat daher eine Petition gestartet. ÖVP-Bürgermeisterin Juliana Günther widerspricht den Aussagen der SPÖ.

Debatten um geplanten Radweg in Kematen/Ybbs (Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com)
Debatten um geplanten Radweg in Kematen/Ybbs (Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com)

“Seit Wochen kommen Menschen in Kematen auf mich zu und erzählen mir, dass sie die Radweg-Pläne der Bürgermeisterin nicht gutheißen können. Schließlich verstehen viele nicht, warum die Gemeinde einen massiven Eingriff in die Natur setzen will, um einen neuen Radweg zu bauen, wenn doch ein gut genutzter und etablierter Radweg bereits besteht. Uns geht es da ähnlich. Auch wir als Kematner SPÖ können den Plänen der Bürgermeisterin nichts abgewinnen. Diese Pläne sollten gestoppt werden”, erklärt SPÖ-Vorsitzender Matthias Fischböck.

„Viele Faktoren sprechen gegen Neubau des Radwegs“

Aus seiner Sicht sprechen „viele Faktoren gegen einen Neubau eines Radwegs mitten durch die Forstheide“. Allen voran sei dabei der Schutz der Natur anzuführen. Fischböck: „Auch die immensen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, stoßen uns sauer auf. Sie stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Gemeindebürger.“ Zudem sei der Instandhaltungs-Aufwand „für einen Weg mitten durch den Wald“ höher.

Statt eines Neubaus schlägt die SPÖ vor, eine alternative Strecke anzudenken, die die neue Radbrücke mit dem bestehenden Radweg verbinden und ohne einen Neubau des Weges auskommen würde. 

Bürgermeisterin Juliana Günther: „Der bestehende Radweg wird nicht verlegt“

Der Aussage der SPÖ, dass der bestehende Radweg verlegt werde, widerspricht Kematens Bürgermeisterin Juliana Günther: „Der bestehende Radweg wird nicht verlegt. Es wird auf einzelnen Abschnitten ein zusätzlicher, touristischer Radweg geschaffen. Es muss auch keine neue Trasse 'mitten durch den Wald' geschaffen werden, wofür Rodungsarbeiten nötig sein würden. Tatsächlich verlaufen derzeit schon mehrere Wege durch den Heidewald, von denen einer zukünftig als Radweg fungieren soll.“

Rodungsarbeiten seien laut Günther dabei nicht zu erwarten.

„Auf dem neuen Radweg wird sicheres Radfahren ermöglicht“

„Der Schutz der Natur ist natürlich wichtig, kann damit aber nicht als Gegenargument gelten. Derzeit sind Radfahrer auf all diesen Wegen unterwegs. Mit der gesonderten Ausweisung der einen Trasse sollen die verbleibenden Wege mittels entsprechender Beschilderung und gegebenenfalls Sperren den Fußgängern vorbehalten bleiben, was dort die Sicherheit wiederum erhöht. Umgekehrt wird auf dem neuen Radweg Familien mit Kindern ein sicheres Radfahren ermöglich. Der Radweg entlang der B121 bietet sich für das Radfahren mit Kindern aus Sicherheitsgründen nicht unbedingt an“, unterstreicht Günther.

„Wassergebundene Deckschicht wird aufgebracht“

Den von der SPÖ befürchteten „massiven Eingriff in die Natur“ sieht die Kematner Bürgermeisterin nicht: „Es werden lediglich bestehende Wege auf die Anforderungen an Radwege angepasst, mit einer wassergebundenen Deckschicht, also einem Schotter/Kies-Gemisch. Nur einzelne Steilstufen, die bis jetzt ständig durch Starkregenfälle zu sanieren waren, sollen asphaltiert werden. Bei den meisten Diskussionen zu dem Thema dürfte es um die Trasse auf dem sogenannten Mittelweg gehen. Hier ist die Trasse an sich schon Bestand. Es wird lediglich ein Schotter/Kies-Aufbau eingebracht, der langfristig Stand halten soll.“

Zu den von der SPÖ angesprochenen Kosten führt Günther an, dass das überregionale Projekt, das die Herstellung des Radweges von Waidhofen/Ybbs bis Ybbs an der Donau vorsehe, zu zwei Drittel vom Land Niederösterreich gefördert werde.

Auch der Instandhaltungs-Aufwand halte sich in Grenzen beziehungsweise würde sich zukünftig laut Günther nicht ändern, da sich auf „annähernd sämtlichen geplanten Wegabschnitten“ auch derzeit schon Wege befänden.

Günther: „SPÖ-Alternative bedeutet zusätzliches Sicherheitsrisiko“

„Die von der SPÖ vorgeschlagene Alternative bedeutet im Ortsgebiet ein zusätzliches Sicherheitsrisiko aufgrund der notwendigen Querungen der Ausfahrten aus den südlichen Siedlungsbereichen in die B121. Unser Ziel ist es, den Ybbstalradweg möglichst sicher - also weg vom Alltagsverkehr und hochrangigen Straßen - zu halten“, so Günther.

Im Übrigen sei auch die unter https://bezirkamstetten.spoe.at/petition-radweg-kematen ersichtliche Darstellung der geplanten Trasse nicht mehr aktuell. Günther: „Im Zuge der Ausschreibungsplanung verläuft die Trasse vom Norden des Fußballtrainingsplatzes nicht mehr in den Heidewald zurück sondern zwischen Fußballhauptplatz und Tennisanlagen in Richtung Süden und mündet südlich des Fußballhauptplatzes in das Siedlungsgebiet bei der 10. Straße. Dadurch bleibt ein weiteres Stück des Weges den Fußgängern vorbehalten.“

Die Projektierung habe stets unter Einbeziehung eines technischen Büros für Landschaftsplanung stattgefunden. „Dieses hat bereits eine Naturverträglichkeitserklärung nach § 10 NÖ NSchG vorgelegt. Die naturschutzrechtliche Bewilligung liegt inzwischen vor. Eine ökologische Bauaufsicht wurde mit Bescheid vorgeschrieben. Abschließend weise ich auf einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss vom 14.12.2022 hin, mit dem unter anderem die Trassenführung beschlossen wurde“, so die Bürgermeisterin abschließend.

Unter bezirkamstetten.spoe.at/petition-radweg-kematen kann die Petition bereits unterschrieben werden. Ein persönlicher Austausch ist außerdem am 14. 4.2024 ab 10 Uhr im zukünftigen Park bei der neuen Radbrücke (hinter der Sparkasse Kematen) möglich.

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