SPÖ fordert "mehr Tempo" bei Entwicklung des Amstettner Quartier A
AMSTETTEN. Das Quartier A hinter der Remise am Bahnhof in Amstetten ist das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt in der gesamten Region. Für die SPÖ zieht sich das Projekt zu sehr in die Länge. Sie sieht die Stadtregierung in der Pflicht und fordert mehr Tempo. Ansonsten werde hier „eine Jahrhundertchance vergeben“.

“Außer großen Ankündigungen hat die Stadtregierung beim Quartier A noch nicht viel vorzuweisen. Obwohl es sich um eine Jahrhundertchance für Amstetten handelt, scheint das Projekt für die Verantwortlichen nicht wichtig zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, dass der Baustart immer wieder nach hinten verschoben wird und außer der Bestellung eines Geschäftsführers nicht viel passiert ist”, ärgert sich Baustadtrat Bernhard Wagner (SPÖ).
SPÖ ortet „immer mehr Unklarheiten und Probleme“
Wagner weiter: „Anfang 2021 hat die ÖVP erklärt, dass der Spatenstich 2022 stattfinden soll. 2022 hieß es dann, dass im Frühjahr 2023 zumindest mit dem Bau des Ecocenters begonnen werden soll. Jetzt haben wir fast Mitte 2024 und noch immer sind kein Bagger in Sicht, von fertigen Projekten ganz zu schweigen. Im Gegenteil, denn jetzt tun sich immer mehr Unklarheiten und Probleme auf”, meint Wagner.
So deute sich etwa seit Längerem an, dass ein wichtiger Projektpartner am Absprung sei und woanders investieren werde.
SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler: “Das Quartier A ist von historischer Bedeutung für die Stadt. Was hier entsteht, wird Amstetten für die nächsten Jahrzehnte maßgeblich prägen. Deswegen ist es so wichtig, dass das Areal rund um den Bahnhof nachhaltig und sozial ausgewogen geplant und ihm zeitnah Leben eingehaucht wird.“
SPÖ: „Städtebaulicher Vertrag ist möglicherweise überholt“
Zur Entwicklung des Quartier A wurde in den vergangenen Jahren ein städtebaulicher Vertrag entwickelt, der regeln soll, wie sich das Projekt entwickelt. Dieser könne mittlerweile bereits überholt sein, befürchtet der Vizebürgermeister.
“In mehreren Gesprächen mit potentiellen Projektpartnern wurde mir gesagt, dass man die Pläne noch einmal massiv überdenken muss”, so Riegler, der konkrete Vorstellungen für die Zukunft des Quartier A hat: “Uns ist wichtig, dass viele Menschen von diesem Stadtentwicklungsprojekt profitieren. Neben erschwinglichen und hochwertigen Wohnungen sollen auch Bildungsangebote Raum bekommen. Das Quartier A muss zu einem lebendigen Ort werden, an dem sich die Menschen gerne aufhalten. Damit sollte jetzt endlich begonnen werden.”
ÖVP: „Die Stadt ist startbereit“
ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter sieht in der Kritik der SPÖ den Versuch, „Projekte der eigenen Heimatstadt in ein schlechtes Licht zu rücken“. „Bereits 2014 wurde unter der damaligen SPÖ Stadtführung vollmundig der Zukunftsplan zum neuen Stadtviertel um den Bahnhof Amstetten präsentiert. Jedoch erst 2020 mit ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer begann der eigentliche Prozess zur Entwicklung der wichtigen Flächen rund um den Amstettner Bahnhof“, so Brandstetter.
Die Flächen seien durch die Stadt mit Partnern von den ÖBB erworben worden. „Zeitgleich durfte ich den Stadtentwicklungsprozess leiten, zu dem alle Fraktionen zur Mitarbeit eingeladen waren. Klimaforscher, Stadtentwickler, Mobilitätsexperten und viele mehr entwickelten gemeinsam mit uns das Zukunftskonzept“, so der ÖVP-Vizebürgermeister.
Mittlerweile sei mit Fachjuristen der städtebauliche Vertrag umgesetzt, der die Bebauung mit der Vision des Zukunftskonzeptes der Stadtgemeinde sichere.
Brandstetter: „Die Stadt ist startbereit und nach unseren Vorarbeiten geht es nun darum, mit den richtigen Partnern und Investoren die Projekte umzusetzen. Die SPÖ sollte sich statt der Beschuldigung anderer selbst fragen, ob sie Investoren oder Projektpartner bis heute vermittelt hat – jedoch muss sie damit die eigene Untätigkeit und ihr fehlendes Engagement zum Quartier A wohl öffentlich eingestehen.“


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