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BEZIRK AMSTETTEN. Der Gemeindedienstleistungsverband Amstetten (GDA) baut aktuell eines der größten NÖ Glasfasernetze im ländlichen Raum. Jede Liegenschaft im Ausbaugebiet bekommt die Möglichkeit eines kostengünstigen Glasfaseranschlusses, die Infrastruktur bleibt zu 100 Prozent in öffentlicher Hand. Nun wurde der zweite Fördercall für den Westen des Bezirks schriftlich zugesagt.

Allgegenwärtig: Kabelrolle für den Glasfaserausbau (Foto: Yven Dienst/stock.adobe.com)
  1 / 2   Allgegenwärtig: Kabelrolle für den Glasfaserausbau (Foto: Yven Dienst/stock.adobe.com)

Alles begann 2016/17, als das Ybbstal zu einer jener NÖ Pilot-Regionen auserkoren wurde, in der ein vollflächiger Glasfaserausbau durch die Glasfaser Ybbstal GmbH (GYG) umgesetzt werden sollte. Eine große Herausforderung – kurzzeitig sah es aufgrund der hohen Kosten danach aus, dass dieses Ziel nicht erreicht werden könne. „Nun können wir sagen, dass das Ybbstal Mitte 2025 vollflächig mit digitaler Infrastruktur versorgt sein wird“, so GDA-Obmann Anton Kasser.

„Markt ist ein Rosinenpicker“

Schon lange sei der Glasfaserausbau ein Thema in der Region. „Durch das Pilotprojekt im Ybbstal haben wir gelernt, dass es manchmal länger braucht und dass man nicht locker lassen darf. Und wir haben gelernt, dass der Markt ein Rosinenpicker ist und dass für ihn ländliche, periphere Gebiete nicht interessant sind“, ergänzt Kasser, der mit dem GDA die Idee der Pilotregion über den gesamten Bezirk ausgerollt hat.

„Vollflächiger Glasfaserausbau“

„Unser absolutes Ziel ist es, im Bezirk einen vollflächigen Glasfaserausbau zu ermöglichen. Der GDA wird sich hier der am schwierigsten auszubauenden Gebiete annehmen“, betont der GDA-Obmann. Dafür sei eine gute Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften unerlässlich.

Diese Kooperation sei auch die Grundlage für den Erhalt von Fördermitteln. „Hier kommt uns natürlich die Breitbandmilliarde 2020/30 des Bundes zugute“, so Kasser. Zwölf Millionen Euro seien für den ersten Ausbauteil – Mostviertel Nord – bereits vergeben worden. Der zweite Fördercall für den Westen des Bezirks – Mostviertel Nord 2 – wurde laut Kasser nun schriftlich zu 100 Prozent zugesagt. Mit dabei seien hier Gemeinden wie Ertl, Weistrach, Haag, aber auch Viehdorf. Die Fertigstellung sei für 2027/28 geplant.

Ausbaukosten 162 Millionen

Dass es sich beim Ausbau einer vollflächigen digitalen Infrastruktur im Bezirk Amstetten inklusive Ybbstal um ein Megaprojekt handelt, liegt auf der Hand – hier sprechen die Zahlen eine klare Sprache: „Die Ausbaukosten betragen gut 162 Millionen Euro, die in die Bauwirtschaft fließen. Davon steuern Bund und Land gut 115 Millionen an Fördergeldern bei. Versorgt werden sollen knapp 25.000 Gebäude und gut 27.000 Haushalte. Die Trassenlänge beträgt knapp 2.500 Kilometer. Kurz: Da bewegt sich Gewaltiges im Bezirk“, verdeutlicht der GDA-Obmann, der sich auch „für das große Entgegenkommen der Landwirtschaft bei den Grabungsarbeiten für die Trasse“ bedankt.

Der erste Teil der Gemeinden sei für die nächsten Jahre an die ÖGIG, die Österreichische Glasfaser Infrastruktur Gesellschaft, verpachtet worden. Mostviertel Nord 2 sei diesbezüglich in Vorbereitung.

Anschlussquote 60 - 80 Prozent

Auch mit der Anschlussquote sei man derzeit sehr zufrieden. Kasser: „Unser Ziel quer über den Bezirk ist eine Anschlussquote von 60 Prozent. Derzeit liegen wir in den Gemeinden zwischen 60 und 80 Prozent. Ich kann nur dazu raten, während der Sammelphase einen Anschluss zu beantragen. Hier beträgt die Gebühr 300 Euro. Danach steigt sie auf ein Vielfaches.“

Regionaler Akteur und Kooperationspartner in Sachen digitaler Infrastruktur und Förderungen ist die Amstettner IKW GmbH (Ingenieurkanzlei für Wasserwirtschaft, Umwelttechnik und Infrastruktur ZT-GmbH) mit Geschäftsführer Wolfgang Voglauer, „der maßgeblich daran arbeitet, Fördergelder in die Region zu bekommen“, so Kasser.

Beim zweiten Fördercall mit an Bord

Besonders erfreut zeigen sich die Bürgermeister jener Gemeinden, die nun beim zweiten Fördercall mit an Bord sind.

So sei etwa Stadt Haag aufgrund der Tatsache, dass im Stadtgebiet die Internet-Anbieter LIWEST und A1 vertreten seien, laut Förderbedingungen ursprünglich nicht förderfähig gewesen. Aufgrund einer Änderung der Förderstatuten sei eine Teilnahme am Projekt nun möglich.

Außerdem habe die in der Kleinregion Mostviertel Ursprung tätige Firma SpeedConnect den Glasfaser-Ausbau ohne Förderung eingemeldet, sodass die betroffenen Gemeinden Behamberg, Haidershofen, Ernsthofen, St. Valentin, Ennsdorf, St. Pantaleon-Erla, Strengberg und eben Stadt Haag von der Förderlandkarte verschwunden seien.

„Wir haben mittels Gemeinderatsbeschlüssen die Firma SpeedConnect um Rückzug gebeten, was mittlerweile auch geschehen ist. Gemeinsam mit der IKW GmbH haben wir übrigens in der Kleinregion bei Bauprojekten immer schon Glasfaser mitgedacht und Leerverrohrungen mitgelegt“, so der Haager Bürgermeister Lukas Michlmayr (ÖVP), der weiter meint: „Jetzt sind wir in den Genuss des Vollausbaus gekommen, worüber wir sehr glücklich sind.

An den Randgebieten, wo der Mobilfunk schwach ist, ist die Nachfrage nach Glasfaserversorgung sehr groß.“ Vor allem in der Landwirtschaft sei eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur mittlerweile unerlässlich.

Glasfaser als Daseinsvorsorge

Auch Markus Burgstaller, VP-Bürgermeister der Gemeinde Viehdorf, ist der Glasfaser-Ausbau ein großes Anliegen: „Ich bin als neuer Bürgermeister viel unter den Leuten und merke immer wieder, wie wichtig dieses Thema der Bevölkerung ist. Digitale Infrastruktur zählt mittlerweile wie Kanal und Wasser zur Daseinsvorsorge.“

„Absolute Vorzeigeregion“

„Wir sind im Bezirk eine absolute Vorzeigeregion, was den Ausbau Digitaler Infrastruktur betrifft. Die Gemeinden sind ideale Projektpartner. Es gibt keine Gewinninteressen, sondern es geht eben um Daseinsvorsorge und auch darum, die Wettbewerbsfähigkeit von ländlichen Regionen zu stärken“, so ÖVP-Bezirksparteiobmann und Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger.


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