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Radweg-Debatte in Kematen/Ybbs: SPÖ spricht von "Bodenversiegelung in der Forstheide"

Michaela Aichinger, 13.09.2024 12:03

KEMATEN/YBBS. Die SPÖ Kematen/Ybbs übt scharfe Kritik am Radweg-Projekt durch die Forstheide.

  1 / 2   Die SPÖ Kematen/Ybbs übt scharfe Kritik am Radweg-Projekt durch die Forstheide. (Foto: SPÖ Kematen/Ybbs)

„Wir haben uns von Anfang an mit aller Kraft gegen dieses Projekt der ÖVP Kematen gestellt,“ so Matthias Fischböck von der SPÖ Kematen, die im Zuge des Projektes eine „Bodenversiegelung“ sowie eine „Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes“ befürchtet.

Fischböck: „Die aktuellen Bilder verdeutlichen den erschreckenden Umfang der Bodenversiegelung – sie bestätigen all unsere Befürchtungen.

Die SPÖ Kematen hatte eine Petition gegen den Bau des Radwegs gestartet, die sowohl online als auch offline von rund 500 Bürgern unterzeichnet worden sei. „Trotz unserer massiven Bedenken und des Widerstands der Bevölkerung wurde der Bau vorangetrieben,“ kritisiert Fischböck.

Ursprünglich sei der Radweg in Verbindung mit einer Radfahrbrücke geplant gewesen, die von der SPÖ als sinnvollere Lösung angesehen worden wäre. „Der aktuelle Status der Brücke ist jedoch unklar, und es bleibt fraglich, ob sie überhaupt realisiert wird“, so Fischböck.

„Uns erreichen zahlreiche Nachrichten von Bürgerinnen und Bürgern, die ihrem Unmut über die aktuelle Situation Luft machen. Auch auf Social Media nehmen die kritischen Stimmen zu,“ berichtet der SPÖ-Lokalpolitiker. Die SPÖ Kematen teile diesen Frust und spreche sich weiterhin für den Erhalt des Naherholungsgebietes aus.

ÖVP: „Zwei einstimmige Grundsatzbeschlüsse“

Bürgermeisterin Juliana Günther (ÖVP) zur SPÖ-Kritik: „Die SPÖ ist auf Wählerfang. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sie behauptet, sich von Anfang an mit aller Kraft gegen das Projekt gestellt zu haben, obwohl es nachweislich zwei einstimmige Grundsatzbeschlüsse gegeben hat, welche die Trassenführung durch den Heidewald beinhaltet haben. Obwohl ich schon mehrfach klargestellt habe, dass der Radweg bis auf einzelne punktuelle Steilstufen als wassergebundene, versickerungsfähige Schotterdecke ausgeführt wird, bringt die SPÖ immer wieder das Thema der Bodenversieglung aufs Tableau.“

Günther: „Unterste Schublade“

Der neue Bodenaufbau sei genauso natürlich wie der Bestand, jedoch „wesentlich widerstandsfähiger“. „Er hat mit Bodenversiegelung nicht zu tun. Die Bürger werden durch die Falschinformationen der SPÖ bewusst für die eigene Sache gewonnen. So verbreiten sich Gerüchte und mich fragen die Menschen dann, ob es wirklich stimme, dass der Radweg gänzlich asphaltiert werde. Das ist unterste Schublade“, kritisiert Günther.

Auf Basis „dieser und weiterer Falschinformationen über den Radweg“ sei es „nur logisch, dass Menschen ihren Unmut über das Projekt äußern und dagegen unterschreiben“. „Diesbezüglich muss ich sagen, dass mir keine solche Liste vorliegt. Bei Betrachtung der Online-Petition fällt jedoch auf, dass rund die Hälfte der Unterschriften nicht von Kematnerinnen und Kematnern stammen dürfte, sondern sogar teilweise aus den Nachbarbezirken. Ob das repräsentativ ist, bezweifle ich“, so Günther weiter.

Günther: „Realisierung der Radwegbrücke ist nicht ungewiss“

Bezüglich der geplanten Radwegbrücke gibt es der Orts-Chefin zufolge „keinerlei Anzeichen, dass die Realisierung dieser ungewiss sei“.

„Es war von Anfang an klar, dass diese in einem späteren Bauabschnitt folgen wird. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planungsphase. Die Erstellung der notwendigen Gutachten sollte ein bis zwei Jahre dauern. Alle Beteiligten der Planung wissen, dass der Bau der Brücke essentiell für die touristische Nutzung des Ybbstalradweges ist, da eine dauerhafte Führung der Trasse über die alte Steinbrücke verkehrssicherheitstechnisch unzumutbar wäre. Da sich die SPÖ Radfahrer mittlerweile offiziell zum Feindbild gemacht haben dürfte, weise ich nochmals darauf hin, dass die Gesundheitsagentur der Firma Mondi mit Zustimmung der Gemeinde einen großen Teil des Schneerosenweges bereits vor über einem Jahrzehnt als Geh- und Radweg ausgewiesen hat. Das wurde von der SPÖ nie kritisiert. Aber wie eingangs erwähnt: Die SPÖ versucht, damit eben Stimmen zu gewinnen. Ich lasse mich davon nicht beirren“, so Günther abschließend.


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