Equal Pay Day: Amstettner SPÖ Frauen forderten Lohntransparenz
AMSTETTEN. Am 1. November 2024 war Equal Pay Day. In Niederösterreich verdienen Frauen im Schnitt 16,8 Prozent weniger als Männer. Das heißt, Frauen arbeiten bis Jahresende im Vergleich zu Männern 62 Tage gratis. „Das muss sich ändern! Wir wollen endlich einen großen Sprung vorwärts machen. Die Lohnschere muss sich ganz schließen, und zwar rasch!“, so Elisabeth Asanger, Vorsitzende der SPÖ-Frauen Amstetten.

Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist in Österreich Gesetz. Ob das Gesetz auch eingehalten wird, ist schwierig zu überprüfen. Um das Gehalt wird in Österreich nämlich ein großes Geheimnis gemacht. Daher ist es für Frauen schwer zu beurteilen, ob sie gerecht entlohnt werden. Dafür braucht es Lohntransparenz.
Vorreiter Island
Island hat vorgezeigt, wie es gehen kann. Unternehmen müssen dort nachweisen, dass sie ihre Mitarbeiter für gleichwertige Arbeit gleich bezahlen und alle drei Jahre hierfür ein Zertifikat erwerben. Was die Rechtsdurchsetzung erleichtert: Nicht die Arbeitnehmer müssen beweisen, dass sie rein aufgrund ihres Geschlechtes schlechter bezahlt werden als Kollegen, sondern die Arbeitgeber müssen belegen, warum sie Mitarbeiter unterschiedlich entlohnen.
„In Europa hat SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner die EU-Lohntransparenzrichtlinie durchgesetzt. Bis spätestens 2026 werden Unternehmen in der EU verpflichtet, Informationen offenzulegen, mit denen Arbeitnehmer ihre Gehälter vergleichen und Unterschiede aufdecken können. Wir brauchen dringend Lohntransparenz, und zwar jetzt!“, ist Elisabeth Asanger überzeugt.Frauen am Arbeitsmarkt stärken.
Guter Mix aus Maßnahmen gefordert
Um Frauen im Berufsleben zu stärken, braucht es einen guten Mix aus Maßnahmen. Wichtig sind neben gezielten Initiativen im Betrieb gute Ausbildungsprogramme in der Region sowie individuelle Beratung sowohl beim Berufseinstieg als auch beim Umstieg in andere Berufssparten.
Gerade jetzt, wo die Arbeitslosigkeit wieder steigt, hat das Arbeitsmarktservice eine besonders wichtige Aufgabe. „Bei Frauenprojekten des AMS darf auf keinen Fall der Sparstift angesetzt werden! Im Gegenteil, mit gezielten Frauenprogrammen sollen mehr Möglichkeiten geschaffen werden.“, so die Forderung der SPÖ Frauen.
Rechtsanspruch auf Kinderbildung.
„Die SPÖ setzt sich für einen Rechtsanspruch auf einen gratis ganztägigen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Lebensjahr ein und damit verbunden für weniger Schließtage und längere Öffnungszeiten, für kleinere Kindergartengruppen, eine Personaloffensive und bessere Entlohnung für Elementarpädagogen. Jedes Kind soll in der Wohnumgebung einen ganztägigen Kinderbildungsplatz haben. Es müssen in ganz Österreich die gleichen Standards und Bedingungen herrschen“, fordert Asanger.


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