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ANDORF. Wer glaubt, dass die Schüler der Neuen Mittelschule (NMS) Andorf während der Nachmittagsbetreuung nur im Klassenzimmer sitzen und lernen, der irrt. Bei Workshops, die sowohl in der Schule als auch in den Andorfer Betrieben abgehalten werden, entdecken die Kinder verborgene Talente und lernen dabei verschiedenste Berufssparten kennen.

Wie man einfache Reparaturen beim Fahrrad selber durchführen kann, lernten die Schüler bei einem Workshop bei der Firma e-action.

Berufsorientierung kann nicht früh genug beginnen. „Heutzutage haben Kinder oft nicht die Gelegenheit, irgendwo mitzuhelfen und so auch praktische Grundbegriffe zu lernen, die man im Leben gut gebrauchen kann. Doch Hausverstand, praktisches Können mit schulischem Wissen kombinieren zu können bringt einem im Leben viele Vorteile“, sagt Waltraud Desch, Direktorin der Neuen Mittelschule Andorf. Und so bekommen die Schüler in Andorf schon vor der eigentlichen Berufsausbildung Einblick in verschiedene Berufe, um später bei der eigentlichen Berufswahl zu wissen, welche Sparte für sie interessant ist.

Workshops – teils in der Schule, teils in den Betrieben

Insgesamt können die Schüler aus 40 verschiedenen Workshop-Angeboten auswählen, die im Rahmen der Nachmittagsbetreuung stattfinden. Während zum Beispiel Kochworkshops mit Köchen aus der Umgebung, Selbstwerttrainings, Theaterworkshops mit Mitgliedern der Andorfer Theatergruppe, Kreativworkshops oder Workshops zum Erlernen von Entspannungstechniken in stressigen Situationen in der Schule stattfinden, werden andere direkt bei den Firmen abgehalten.“Bei uns hat das praktische Arbeiten einen hohen Stellenwert. Deshalb sind viele Workshop-Angebote im technischen Bereich“, erzählt Desch, die sehr dankbar ist, dass die Zusammenarbeit mit der Andorfer Wirtschaft so gut funktioniert. Beinahe alle Andorfer Firmen beteiligen sich an diesem Projekt.Andorfs Tourismuschefin, Regina Angleitner, erkennt den Vorteil für beide Seiten, sowohl für die Wirtschaft als auch für die Schüler: „Die Firmen können durch die Workshops einen ersten Kontakt zu den Jugendlichen herstellen, um ihnen eine Lehre schmackhaft zu machen. Die Kinder wiederum können in den Firmenalltag hineinschauen und sehen, ob ihnen diese Arbeit liegt.“ Auch seitens der Wirtschaftskammer ist dieses einzigartige Angebot empfehlenswert. „Mir ist keine Schule im Bezirk bekannt, die dieses Projekt so vorbildhaft umsetzt“, lobt Wirtschaftskammer-Obmann Johann Froschauer die Andorfer Schule und wünscht sich, dass noch mehr Neue Mittelschulen diesem Beispiel folgen. „Das Projekt wird ja auch vom Land gefördert“, weiß Froschauer. Auch Waltraud Desch hat dieses Konzept der Nachmittagsbetreuung gemeinsam mit der Gemeinde beim Land Oberösterreich eingereicht und es wurde genehmigt.

Engagierte Lehrer sind das A und O

Der gesamte Lehrkörper steht hinter diesem neuen Konzept der Nachmittagsbetreuung. Dass der erhöhte Einsatz Früchte trägt, zeigen die Lernerfolge der Schüler. Das Engagement der Lehrer zeigt sich auch im herkömmlichen Teil der Nachmittagsbetreuung. Für die einzelnen Hauptgegenstände sind täglich bis 16 Uhr Lehrkräfte anwesend, um die Kinder zu fördern. Bei Lernterminen, die die Kinder mit den Lehrern ganz individuell vereinbaren können, wird auf die Schüler, die von sich aus etwas Bestimmtes lernen wollen, eingegangen.


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