Andorfer gab Flüchtlingsfamilie ein Heim: „Ich würde es wieder machen“
RAAB. „Ich würde es wieder machen“, sagt David Witzeneder. Im provisorischen Büro seines Start-Ups, zwischen Holzkisten und Kompostwurmzüchtung, erzählt er über seine Erfahrungen mit einer syrischen Familie. Seit fast eineinhalb Jahren vermietet der Andorfer den Flüchtlingen eine Wohnung in Raab.

Dass David Witzeneder seine Wohnung in Raab an eine Flüchtlingsfamilie vermietet hat, war ein Zufall. Nachdem die Vormieter ausgezogen waren, waren die fünf Syrer, die zuvor im Flüchtlingshaus Obernberg wohnten, die ersten Interessenten. Eine Mitarbeiterin der Caritas vermittelte die neuen Mieter und betreute die Regelung der Formalitäten. Noch ehe die Familie einzog, informierte Witzeneder die Nachbarn. Die Reaktionen waren durchwegs positiv.
Hilfe, wenn Hilfe gebraucht wird
Der Andorfer fühlt sich wohl bei seinen Mietern. Er kommt gerne auf einen Tee oder Kaffee vorbei und versteht sich als Ansprechpartner, wenn sie Hilfe brauchen. Er freut sich über ihre sprachlichen Fortschritte und beobachtet mit Freude, wie gut die Familie Anschluss findet. Die drei Söhne im Alter von sechs, neun und elf Jahren kicken im Nachwuchsteam der Union Raab und sind in der Schule gut integriert. Mutter Elham wird demnächst eine Ausbildung im Kindergarten beginnen. Vater Abdu besucht einen Deutschkurs in Schärding und ist intensiv auf Arbeitssuche.
Wohnungssuche oft schwierig
Nachdem Flüchtlingen Asyl gewährt worden ist, dürfen sie nur noch vier Monate im Grundversorgungsquartier bleiben. Für Asylberechtigte, ist es jedoch nicht einfach, ein neues Zuhause zu finden. Obwohl etliche Wohnungen leer stehen, sind viele davon für sie nicht zugänglich. David Witzeneder hat seinen Schritt nicht bereut. „Sie sind ehrliche Leute, man braucht keine Angst zu haben“, sagt er. „Ich würde es wieder machen.“


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