Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

„Frauenrechte müssen täglich aufs Neue erkämpft und verteidigt werden“

Alexandra Dick, 08.03.2018 13:45

ANDORF. Dass Frauenrechte trotz vieler Errungenschaften immer noch täglich aufs Neue erkämpft werden müssen, wissen Grünen-Bezirkssprecherin Veronika Hintermair und Elke Dorfer von den Grünen Esternberg nur zu gut. Daran erinnert der Internationale Frauentag jedes Jahr.

Veronika Hintermair und Elke Dorfer sprechen über die Situation der Frau heute.
Veronika Hintermair und Elke Dorfer sprechen über die Situation der Frau heute.

„Ruht euch nicht aus auf dem, was wir in all den Jahrzehnten in punkto Anerkennung und Gleichstellung erreicht haben. Es liegt an euch, die Agenda weiter voranzutreiben und, so wie es aktuell aussieht, vor dem Rückschritt zu bewahren“, appelliert die Andorferin Veronika Hintermair, Bezirkssprecherin der Grünen Schärding, an junge Frauen. Demokratische Bildung sei deshalb für Mädchen besonders wichtig, damit sie lernen, kritisch zu sein, ihre Rollen mutig anzulegen und sich auch aktiv einzubringen.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Nach einem langen und harten Kampf, bei dem Männerinteressen immer wieder den Interessen von Frauen übergeordnet wurden, wurde in Österreich 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt. Doch wie sieht die Situation der Frau 100 Jahre nach dieser Errungenschaft aus? „Das Recht, zu wählen, allein nützt uns nichts“, sagt Hintermair, „es braucht Beschlüsse und Umsetzungen.“

Mehr Arbeit und weniger Geld

Noch heute verdienen Frauen und somit 52 Prozent der Bevölkerung für dieselbe Arbeit weniger als Männer, müssen 58 Tage mehr arbeiten, um das gleiche Jahreseinkommen zu erhalten. „Auch heute sind Frauen oft sozial abhängig, haben geringe Aufstiegschancen und sind von Armut bedroht und nehmen das schweigend hin“, erzählt Hintermair besorgt. Dieses Schicksal trifft selbst gut ausgebildete Frauen. Dramatisch ist auch die Altersarbeitslosigkeit der Generation 50+. Durch einen späteren Wiedereinstieg in die Arbeitswelt fehlen vor allem Frauen am Ende Versicherungszeiten. Zudem sind nach wie vor 80 Prozent aller Teilzeit-Beschäftigten Frauen, die in weiterer Folge eine geringere Pension erhalten und so im Alter oft mit Armut konfrontiert sind.

Klassische Rollenverteilung

Trotz formaler Gleichstellung hat sich auch an der Rollenverteilung in vielen Familien nichts geändert. „Immer noch liegen Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege hauptsächlich auf den Schultern der Frauen“, sagt Elke Dorfer, grüne Gemeinderätin in Esternberg. Vollsten Respekt hat sie vor Paaren, die sich die außer- und innerhäuslichen Arbeiten teilen. „Denn die Wirtschaft macht es Männern schwer, Karenzzeiten zu teilen.“ Dazu kommt – fragt man die Grünen-Bezirkssprecherin –, dass Versorgungs- und Betreuungsarbeit, mit der Frauen einen hohen volkswirtschaftlichen Anteil am Reichtum Österreichs leisten, nicht genug gewürdigt werden.

Geringe Wertschätzung von häuslicher Arbeit

„Die bisherigen Maßnahmen, Frauen ihrer Leistung entsprechend gerecht zu behandeln, sind zu gering. Wann wird endlich gehandelt und die Arbeit in Familie und Haushalt in höherem Ausmaß als pensionssichernde Zeit gewürdigt?“, fragt sich Hintermair, für die die Arbeit im Haushalt denselben Stellenwert genießen sollte wie die Arbeit außerhalb. Mit der Einschränkung des Kinderbetreuungsangebotes in Oberösterreich werde vielen Frauen die Entscheidung abgenommen, arbeiten zu gehen. „Es geht vorwärts mit dem Rückschritt“, sagt die Andorferin, die sich sorgt, dass Frauen mit Kindern, die auf soziale Leistungen angewiesen sind, hängen gelassen werden.

Frauenpensionen niedriger

Frauenpensionen sind im Durchschnitt um 40 Prozent niedriger als die der Männer. „Mit großer Sorge stelle ich fest, dass viele Frauen der Generation meiner Mutter, die zwischen 80 und 90 Jahre alt sind, in Armut leben oder von Armut bedroht sind“, sagt Hintermair. „Was diese Frauen bei Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit erwartet, ist beschämend. Mit einer Niedrigstrente kannst du dir keinen mobilen Dienst leisten.“ Es ist die Familie, insbesondere die Frau, die neben Erwerbs- und Familienarbeit auch noch die Pflege übernimmt.

Frauenrechte sind Menschenrechte

„Benachteiligung ist kein Zufall. Benachteiligung entsteht. Man wird benachteiligt. Daran wollen wir mit dem Internationalen Frauentag erinnern“, sagt Dorfer und betont, dass Frauenrechte Menschenrechte sind und nicht gegen Männer gerichtet sind. „Nur gemeinsam kann es gelingen, die Welt gerechter zu machen. In einer gerechten Welt wird es auch keinen speziellen Frauentag mehr brauchen.“

Frauen-Volksbegehren

Noch bis 12. März kann die Unterstützungserklärung für das Frauen-Volksbegehren in jedem Gemeindeamt in Österreich oder mit Handy-Signatur unterzeichnet werden.

Frauentag-Filmnacht

Die Grünen Andorf laden Frauen und Männer am Freitag, 9. März, um 20 Uhr zur Frauentag-Filmnacht im Gasthof Dorfwirt Andorf. Gezeigt wird der Film „Die göttliche Ordnung“. Eintritt frei

Inhalt:

Schweiz 1971 – Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit Mann, zwei Söhnen und dem missmutigen Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf in Appenzell lebt. Die Ordnung in Dorf und Familie gerät ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, über dessen Einführung die Männer abstimmen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Siedlerverein Schärding spendet 2.000 Euro für Benedikt

Siedlerverein Schärding spendet 2.000 Euro für Benedikt

ANDORF/SCHÄRDING. Nach einer schweren Hirnblutung braucht Benedikt Wallner aus Andorf Hilfe. Damit seine Familie die kostspielige Therapie weiter ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Herbstwanderung in Vichtenstein verbindet Donau und Fuchsenloch

Herbstwanderung in Vichtenstein verbindet Donau und Fuchsenloch

VICHTENSTEIN. Unter dem Motto „Wandern verbindet“ lädt der Tourismusverband Donauregion Oberösterreich am Sonntag, 18. Oktober, zu einer ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Sing mit: Roadsbuam laden zum Karaoke-Abend in St. Florian ein

Sing mit: Roadsbuam laden zum Karaoke-Abend in St. Florian ein

ST. FLORIAN AM INN. Mitsingen ausdrücklich erwünscht: Am Freitag, 16. Oktober, bringen die Roadsbuam ihr Live-Karaoke-Format „Sing mit“ ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Kammermusikmatinee in Schärding mit Schubert, Haydn und Beethoven

Kammermusikmatinee in Schärding mit Schubert, Haydn und Beethoven

SCHÄRDING. Zur traditionellen Kammermusikmatinee lädt der Kulturverein Schärding am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr in den Kubinsaal.

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Goldhaubengruppe spendet Spielgeräte für Kindergarten Eggerding

Goldhaubengruppe spendet Spielgeräte für Kindergarten Eggerding

EGGERDING. Eine Spende sorgt für leuchtende Kinderaugen im Kindergarten Eggerding: Die Goldhaubengruppe Eggerding/Mayrhof hat Spielgeräte im ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Wernsteiner Volksschüler sammeln Fallobst für Schulsaft

Wernsteiner Volksschüler sammeln Fallobst für Schulsaft

WERNSTEIN. 13 Schüler der Volksschule Wernstein sammelten gemeinsam mit der Klassenlehrerin Anna-Magdalena Eppacher und einer Mutter beim Bauernhof ...

Tips - total regionalTheresa Senzenberger
Weitere Beiträge