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LINZ-LAND. Alarmierende Zahlen veröffentlichte die Bezirksfeuerwehr Linz-Land: Nur noch 1,75 Prozent der Bevölkerung ist bei den Freiwilligen Feuerwehren im Bezirk aktiv.

Foto: Weihbold
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von ELISABETH ZEILINGER

„Mir kommt vor, wir sind die letzte Bastion“, zeichnet Helmut Födermayr, Bezirksfeuerwehrkommandant Linz-Land, ein düsteres Bild im Gespräch mit Tips. Er beruft sich auf die aktuellen Zahlen, die vor Kurzem landesweit veröffentlicht wurden: Obwohl der Bezirk Linz-Land laut Statistik der bevölkerungsreichste, wirtschafts- und infrastrukturstärkste Bezirk mit dem größten Zuzug nach Linz, Wels und Steyr ist, geht es mit den aktiven Mitgliederzahlen der Freiwilligen Feuerwehren bergab. Waren Anfang 2016 noch 2534 Mitglieder bei der Feuerwehr aktiv, wurden dieses Jahr nur noch 2421 aktive Feuerwehrmitglieder gezählt. „Das heißt, wir haben im Bezirk mehr als 100 aktive Feuerwehrleute weniger. Somit sind wir im Landesvergleich an letzter Stelle“, bedauert Födermayr.

Freiwilligensystem sichern

Dabei erwarte jeder, dass, wenn es einmal brennt, die Feuerwehr kommt, sagt der Kommandant. „Stell dir vor, die Sirene geht und es kommt keiner mehr – undenkbar, aber leider nicht selbstverständlich, wir müssen dringend etwas dagegen unternehmen und unser Freiwilligensystem sichern“, so Födermayr. Gefördert werden sollen weiterhin Frauen – bislang sind 190 Frauen im Bezirk Linz-Land bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Wer Interesse hat, könne sich bei der nächsten Feuerwehrdienststelle in der Gemeinde melden.

Ein Aufgabenbereich könne laut Födermayr für jeden Interessierten – egal ob Frau oder Mann – gefunden werden: „Wir schaffen Synergien aus den wertvollen Mitgliedern, die wir haben. Ein Kamerad, der Elektriker ist, kann vielleicht da besser helfen, wo ein Mitglied, hauptberuflich Unternehmer mit vielen Kontakten, es an anderer Stelle kann.“ Auch leichte körperliche Beeinträchtigungen stellen für den aktiven Dienst bei der Feuerwehr kein Hindernis dar, hier könne beispielsweise auf administrative Tätigkeiten ausgewichen werden.

Jugend fördern

„Den ersten Schritt setzen viele freilich schon als Kind oder Jugendlicher“, verweist Födermayr. Das sei ratsam, denn Kinder erlernen bei der Feuerwehr viele soziale Fähigkeiten, die sie ein Leben lang begleiten. „Das geht von Grundkenntnissen wie Orientierung in der freien Natur über kollegiales Verhalten in der Gruppe bis hin zu lebensrettenden Maßnahmen im Ernstfall.“ Kritisch sieht der Bezirksfeuerwehrkommandant die Sparmaßnahmen seitens der Politik: „Es kann nicht sein, dass freiwillige Feuerwehren bei Neuanschaffungen einen Selbstbehalt von bis zu 20 Prozent tragen sollen. Unsere Mitglieder sind freiwillig in ihrer Freizeit tätig, sind bei den unvorhersehbaren Ereignissen ständig im Einsatz und engagieren sich zusätzlich noch bei Festen und Haus-Sammeln, nur um ihre Feuerwehr in der Gemeinde finanziell am Leben zu erhalten. Sicher, die schönen Momente des Rettens und die Menschlichkeit innerhalb der Gemeinschaft entschädigen einiges, aber es gibt auch eine Schmerzgrenze“, sagt Födermayr.

Seit 2014 ist Födermayr Bezirkskommandant in Linz-Land. Aktiv bei der Feuerwehr ist er, seit er zwölf ist. Der 47-Jährige war zuvor Abschnittskommandant des Abschnitts Enns. 

Zahlen & Fakten

145.019 Menschen leben im Bezirk Linz-Land, davon 2421 aktive Feuerwehr-Mitglieder (1,75 Prozent). Im Vergleich: Der Bezirk Schärding hat 10,76 Prozent aktive Mitglieder. 

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