„Ein Feuerwehrler bleibt man ein Leben lang“
ANSFELDEN. Als Abschnittsbrandinspektor (ABI) in Ansfelden sowie als Zuständiger für die Ausbildung der Feuerwehrleute im Bezirk hat Eduard „Edi“ Potsch viel aufgebaut. Zahlreiche Kollegen haben bei ihm die Feuerwehrmatura gemacht.

Als er vor rund 40 Jahren von Traun nach Ansfelden gezogen ist, hat er noch nicht geglaubt, dass er hier einmal so stark verwurzelt sein wird wie heute. Dafür ausschlaggebend war vor allem die Feuerwehr Ansfelden, der der heute 69-Jährige erst mit 28 Jahren beitritt. „Als Gschaftlhuber und Mann, der Menschen mag, war die Feuerwehr für mich eigentlich ideal. Ich hab dadurch super Anschluss gefunden. Heute sag“ ich ,I bin und bleib“ ein Ansfeldner““, lacht Potsch. Früher war er mit seiner Frau Elfriede als Schulwart tätig, ehe er dann in die Stadtgemeinde wechselte, bis er 2009 in den Ruhestand ging. „Bei der Feuerwehr war ich immer freiwillig, alleine die Kameradschaft untereinander ist unbezahlbar“, so Potsch.
Viel aufgebaut
Als Abschnittsbrandinspektor (ABI) in Ansfelden sowie als Hauptamtswalter für Ausbildung im Bezirk Linz-Land hat er viel mit seinen Kollegen aufgebaut. „Als wir angefangen haben – damals war Ansfelden noch ein Dorf –, hatte unser Feuerwehrhaus weder ein WC noch fließend Wasser. Das hat sich dann unter ,Feuerwehr-Bürgermeister“ Gottfried Aschenwald geändert“, plaudert Edi Potsch aus dem Nähkästchen. Vier Feuerwehren gibt es heute in Ansfelden: die FF Ansfelden, FF Freindorf, FF Nettingsdorf und die Betriebsfeuerwehr der Nettingsdorfer Papierfabrik.
Einschneidende Erlebnisse
Insgesamt werden im Durchschnitt 350 Ausfahrten im Jahr gemacht, da brauche es schon eine gute Organisation, betont Potsch. „Und Ansfelden ist ja rasend gewachsen, da haben wir begonnen, das Gebiet in Einsatzabschnitte einzuteilen. Damals war das ja noch der Wahnsinn, vor allem auf der Autobahn, da gab es 10 bis 15 Tote pro Jahr“, so Potsch über die Zustände seinerzeit. Das einschneidendste Erlebnis war für den erfahrenen Feuerwehrmann das Hochwasser 2002, von dem 300 Häuser und die Autobahn betroffen waren.
„Das war für viele Menschen sehr schwerwiegend. Ich bin eine Woche lang durchgehend im Einsatz gestanden. Das war eine körperliche und seelische Zäsur. Ich habe fast fünf Jahre gebraucht, bis ich das aufgearbeitet habe“, sagt Potsch. Besonders schlimm sei es auch gewesen, als er eine Kinderleiche aus der Krems bergen musste, erzählt der zweifache Familienvater.
„Wenn aber jemand, den wir schwer verletzt aus einem Autowrack geborgen haben, überlebt hat und wieder gesund geworden ist, dann hat einem das schon einen Sinn gegeben – aber man hat Respekt vor dem Leben“, reflektiert Edi Potsch. Der 69-Jährige sah seine Einsätze aber trotz Herausforderungen immer als schöne Aufgabe und entwickelte in der Zeit als aktiver Feuerwehrler auch Ehrgeiz, vor allem im Schulungsbereich: „Viele junge Menschen haben bei mir die Feuerwehrmatura gemacht und in meiner Zeit sind auch zwei Landessieger hervorgegangen“, betont Potsch stolz.
Ein Leben lang Feuerwehrler
„Ich glaube einfach, dass es jedem gut tut, bei der Feuerwehr zu sein. Man kann in jedem Alter einsteigen, ob Mann oder Frau, egal welcher Herkunft. Es gibt keine sinnvollere Tätigkeit als bei der Feuerwehr.“ Auch wenn er jetzt etwas kürzer tritt und offiziell im Reservestand ist, engagiert sich Potsch weiter. „Denn ein Feuerwehrler bleibt man ein Leben lang.“


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