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Ansfelden ist seit Kurzem „Couragierte Gemeinde“. Dahinter verbirgt sich ein innovatives Sicherheitsprojekt, das bisher in Schulen, Kindergärten und Unternehmen durchgeführt wurde und jetzt erstmals auf Gemeinde-Ebene angewandt wird.

Die Initiatoren des Sicherheitsprojekts „Couragierte Gemeinde“. Foto: Stadtgemeinde
  1 / 2   Die Initiatoren des Sicherheitsprojekts „Couragierte Gemeinde“. Foto: Stadtgemeinde

„Das Projekt basiert auf dem Konzept der „Neuen Autorität“. Die antiautoritäre Erziehung der 60er- und 70er-Jahre ist gescheitert. Man hat eingesehen, dass man doch Grenzen setzen muss. Bei der Neuen Autorität versucht man es mit gewaltlosem Widerstand nach dem Vorbild von Gandhi oder Martin Luther King“, erklärt Projektinitator Hans Steinkellner vom Institut für Neue Autorität. Als Beispiel gibt Steinkellner eine 14-jährige Tochter, die sich der Anweisung widersetzt, um 22 Uhr abends von der Disco zurück zu sein. Die Eltern sollen laut dem Konzept der Tochter nicht nur klar machen, dass sie das nicht wollen, sondern das Problem auch mit anderen besprechen, denen die Tochter ebenfalls wichtig ist und die ebenfalls auf sie einwirken können. Das Kind/der Jugendliche muss sich bei Nichtbefolgung der elterlichen Anweisung über die Konsequenzen bewusst sein. Die Eltern wiederum sollen diese nicht nur ankündigen, sondern ihnen auch Folge leisten. So sollen die konstruktiven Stimmen im Kopf des Kindes lauter und eine Wiederholung vermieden werden. Wichtig ist vor allem ein respektvoller Umgang mit dem Kind/Jugendlichen. Ansonsten könne die Behandlung falsch aufgefasst und als abwertend gedeutet werden. Strafen sieht das Konzept der Neuen Autorität allerdings nicht vor.

Schulungen ab Sommer

„Ansfelden ist unser Versuchskaninchen“, sagt Elisabeth Kumpl-Frommel von der Bildungseinrichtung SPES. Vor vier Jahren wurde das Projekt eingereicht und 2015 genehmigt. Als Partner gewann man Studia, das Studienzentrum für internationale Analysen. Um die Probleme vor Ort zu ergründen, wurden Begehungen in Ansfelden sowie Interviews mit dem Bürgermeister und der Polizei durchgeführt. Im nächsten Schritt will man ein Netzwerk für Zivilcourage gründen. „Es soll eine Struktur der Zivilgesellschaft installiert werden, die sich darum kümmert, Vorfälle mit gewaltlosem Widerstand, erhöhter Präsenz und mit Netzwerkarbeit zu bearbeiten“, sagt Steinkellner. Erste Schulungen für Interessierte sind ab Frühsommer angesetzt. Erste Ergebnisse sollen Anfang 2017 vorgestellt und für andere interessierte Gemeinden aufbereitet werden. Ansprechpartner des Projekts ist Jugendkoordinator Günter Kienböck (0676/898480 201).

Mehr zum Thema auf www.neueautoritaet.at


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