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Stefan Pail aus Ansfelden absolviert momentan seinen Auslandszivildienst in Vijayawada im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Der 19-Jährige arbeitet dort in einem Sozialprojekt mit, das Buben und junge Männer von der Straße und von Drogen wegbringen soll.

Stefan Pail (r. oben) mit einigen ehemaligen Straßenkindern. Fotos: Pail
  1 / 4   Stefan Pail (r. oben) mit einigen ehemaligen Straßenkindern. Fotos: Pail

Pails Einsatzort befindet sich rund zwei Busstunden außerhalb von Vijayawada, einer Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern. „Im Projekt Vimukhti arbeite und lebe ich mit zwanzig Burschen zusammen, die zwölf bis 25 Jahre alt sind“, erzählt Pail, der seinen Zivildienst über die Organisation „Volontariat bewegt“ absolviert, eine Initiative von „Jugend eine Welt“ und den Salesianern Don Boscos. Die Kinder und Jugendlichen haben meist familiäre Probleme oder sind obdachlos. Würde es das Vimukhti nicht geben, müssten sich manche von ihnen mit Diebereien auf der Straße durchschlagen. Andere Jugendliche werden wegen ihrer Drogenprobleme betreut, wobei sie nicht von „harten“ Drogen (beispielsweise Crystal Meth, Kokain oder Heroin) abhängig sind, sondern Benzin oder Kleber schnüffeln.

Kulturschock am Anfang

„Durch meinen Dienst möchte ich etwas Gutes tun und gleichzeitig mehr über die Bevölkerung und die Kultur erfahren“, sagt Pail, der in Ansfelden bei der Feuerwehr tätig ist. Eine Woche und drei Wochenenden dauerten die Schulungen und Seminare, in denen er auf den einjährigen Auslandsaufenthalt vorbereitet wurde. Dabei ging es nicht so sehr um Indien selbst als viel mehr um Rassismus oder um Schwierigkeiten, die auf die Volontäre zukommen könnten, wie beispielsweise Heimweh. Obwohl Pail sich über sein Gastland informierte und recherchierte, blieb der Kulturschock nicht aus. „Da ich nach einer zweiwöchigen Einführungsphase zu arbeiten begann, war das alles nicht so schlimm“, erzählt er. Schwierigkeiten brachte vor allem die Sprachbarriere mit sich. Zwar sei das Englisch der erwachsenen Inder ganz gut, bei Kindern und Jugendlichen sei es aber so gut wie nicht vorhanden. Somit brauchte es einige Zeit, bis Pail sich mit den Kindern im Projekt unterhalten konnte.

Ziel Ausbildung und Job

In Vijayawada gibt es viele heimatlose Menschen, die sich als Müllsammler oder mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten. Die Organisation, für die Pail arbeitet, nennt sich „Navajeevan Bala Bhavan“. Sie ist eine von fünf Organisationen in Vijayawada, die den Straßenkindern eine bessere Zukunft ermöglichen wollen. Ziel ist es, dass sie eine Ausbildung, ein Zuhause und einen Job bekommen. Die Kontaktaufnahme erfolgt über indische Sozialarbeiter, die die Kinder und Jugendlichen am Bahnhof (Vijawayada besitzt einen großen Bahnhof, an dem viele Züge der Nord-Süd-Strecke halten) und in der Stadt ansprechen und sie ins „Shelter“ von Navajeevan einladen. Dort werden sie an einen geregelten Tagesablauf gewöhnt, indem sich die Volontäre mit ihnen unterhalten, Gruppenspiele veranstalten oder Englischunterricht geben. Danach bespricht man mit den Straßenkindern, welches der 28 Sozialprojekte für sie infrage kommt.

Projekt wird zur Familie

„Ich nehme mir sehr viel Weltoffenheit aus meiner Arbeit hier in Indien mit. Ich glaube auch, dass sich meine Einstellung zu Neuem und Ungewissem geändert hat“, sagt Pail, der Tipps für angehende Volontäre parat hat: „Man muss offen sein für alles, auch wenn es manchmal hart ist. Am Schluss will man nicht mehr nach Hause, weil die Projekte zu deiner Familie geworden sind.“ Mehr über Stefan Pails Zivildienst in Indien gibt es auf www.stefan-goes-to-india.jimdo.com


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