Bio-Pioniere: Hier fühlen sich die Ziegen wohl
STEPHANSHART. Seit 25 Jahren ist die Familie Neu auf Ziegenkäse spezialisiert und das von Anfang an als Biobauern.

STEPHANSHART. Als Ilse und Anton Neu den Hof übernahmen, stellten sie auf biologischen Landbau um und spezialisierten sich auf Ziegen. Das war vor 25 Jahren gleich in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen galten damals Ziegen als minderwertige Tiere und zum anderen wurde damals Biolandbau von den meisten Bauern nicht geschätzt. „Aber viele Bauern haben bald gesehen, dass bei uns die Pflanzen ebenso gut wachsen wie auf den künstlich gedüngten Feldern“, erzählt Ilse Neu.
Käseerzeugung
Auch die Spezialisierung auf Ziegen hat sich gelohnt. In ihrer Käserei hat Ilse Neu die Ziegenmilch von Anfang an zu hochwertigen Käsesorten veredelt. Der Käse der Familie Neu ist mittlerweile berühmt und wird von den Gastronomen der Region hoch geschätzt. Er ist aber auch in Bioläden und Märkten zwischen Salzburg und Wien erhältlich. Mittlerweile ist die Käserei in den Vierkanter integriert, was die Logistik sehr erleichtert.
Derzeit hat die Familie Neu 160 Ziegen und es war allen immer ein Anliegen, dass sich diese wohl fühlen. Anton Neu baute ein Ziegenabenteuerland, wo die Ziegen herumklettern können und alles tun, was Ziegen gern tun. Man sieht förmlich, dass es den Ziegen hier gut geht.
Hofübergabe
Heuer haben Ilse und Anton Neu den Hof an ihren Sohn Bernhard übergeben. Dieser will den von den Eltern eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und weiterhin auf Bio setzen. Das Rüstzeug dazu erhielt er einerseits am elterlichen Hof und andererseits in der Ausbildung an der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof in der Steiermark. Diese hat den Schwerpunkt Bio-Landbau. Die Eltern stehen Bernhard Neu natürlich mit Rat und Tat weiter zur Seite. So wird Anton Neu die Kreislaufwirtschaft bei den Ziegen weiter betreuen und Ilse Neu wird ihre Fertigkeiten und Erfahrung bei der Erzeugung von hochwertigem Käse einbringen. „Mir war es nur wichtig, den richtigen Zeitpunkt der Übergabe nicht zu übersehen. Das passiert manchen Bauern“, erklärt Anton Neu, der nun mehr Zeit für seine Hobbys hat – wie etwa für den Amateurfunk.


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