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Kampf gegen Windmühlen: Trio spielt „Bella Quijote“ in Artstetten

Online Redaktion, 08.08.2018 11:18

ARTSTETTEN. Ab 18. August bespielt der Mödlinger Kulturverein „ergo arte“ das Schloss Artstetten. 13-mal bringen drei junge Mimen das Stück „Bella Quijote“, eine Bearbeitung des Don Quijote Themas, auf die Schlossbühne. Tips hat mit den Vereinsgründern und Schauspielern David Czifer und Max Mayerhofer gesprochen.

Foto: ergo arte
Foto: ergo arte

Tips: Ergo arte – „also Kunst“ könnte man übersetzen. Wie wollt ihr den Namen eures Kulturvereins verstanden wissen? Warum „ergo arte“?

David Czifer: Wir haben nach einem gut klingenden Namen gesucht, der ins Ohr geht und natürlich wollen wir mit dem Namen, der sich sehr frei als „Folglich Kunst“ übersetzen lässt, die Botschaft transportieren, dass unser Verein für alle Kunstsparten offen ist.

Max Mayerhofer: Klarerweise steht bei unserer Arbeit Theater im Vordergrund, aber wir wollen auch in Zukunft versuchen, uns mit anderen Kunstsparten zu vernetzen.

Ihr wollt ungewöhnliche Kulturprojekte aus allen künstlerischen Bereichen entwickeln. Was ist ein ungewöhnliches Kulturprojekt?

MM: Ungewöhnlich ist zum Beispiel das wunderbare Theater auf Schloss Artstetten, das wir in Kooperation mit Schlossherrin Alix Fraye nun schon das zweite Mal veranstalten dürfen. Wir spielen auf der einzigartigen Terrasse des Schlosses, von der man einen spektakulären Blick über die Donau hat, es wird also ein Abend unter Sternen, der das Publikum lachen lässt aber auch nachdenklich stimmt.

„Bella Quijote“ heißt das Stück, das ihr auf die Bühne bringt. Warum habt ihr genau das ausgewählt?

DC: Wir haben uns für die Dramatisierung dieses wunderbaren Romans von Charlotte Lennox (1730 – 1804), einer Zeitgenossin von Jane Austen entschieden, weil er sehr viel Charme hat und weil wir finden, dass die Bearbeitung des Don Quijote Themas aus weiblicher Sicht exzellent nach Schloss Artstetten passt. Das Stück wird die Besucher wunderbar unterhalten.

Ihr wollt euch mit aktuellen, zeitgenössischen Themen auseinandersetzen. Welche zeitgenössischen/aktuellen Themen warten in Bella Quijote auf die Besucher?

MM: In unserem Stück spielt vor allem das Thema der Heldenverehrung eine große Rolle. Menschen haben sich schon immer an anderen Personen orientiert, nur werden diese Heldenbilder in der heutigen Zeit zumeist kritiklos und ohne Reflexion übernommen. Dieses Thema steht bei Bella Quijote in humorvoller Form im Mittelpunkt des Stücks, weil Lady Arabella merkt, dass Freundschaft und Liebe im Leben mehr zählen als der perfekte Mensch zu sein.

Was erwartet die Zuschauer?

DC: Der Roman von Charlotte Lennox wurde von Peter Pausz zu einem unterhaltsamen Stück rund um Liebe, Abenteuer und ferne Länder verwoben. Das Publikum reist mit Lady Arabella in ihre Abenteuerwelt und man kann sich bei dieser witzigen, spritzigen Komödie im geschichtsträchtigen Ambiente wirklich ausgezeichnet unterhalten.

Wie seid ihr zu dem Spielort Artstetten gekommen?

DC: Wir haben noch einen zweiten Verein, das Lastkrafttheater, wo wir Theater auf einem LKW spielen und hier sind wir bereits mehrmals auf Schloss Artstetten aufgetreten. Dann wurden wir von Frau Fraye angesprochen, ob wir nicht mit ihr zusammen ein Sommertheater auf Schloss Artstetten installieren wollen. Wir haben uns sehr gefreut und hatten letztes Jahr mit „Der gute Ton“ bereits eine sehr erfolgreiche Spielserie, die wir heuer hoffen, fortsetzen zu können.

Ihr wollt Stoffe für ein kritisches Publikum vermitteln und Denkanstöße zur Bewältigung eines Diskurses anbieten. Ein hoher Anspruch. Könnt ihr dem immer gerecht werden?

MM: Für uns ist es wichtig, dass unsere Stücke, die wir spielen nicht trocken sind, sondern die genannten Denkanstöße stets mit einem Augenzwinkern transportieren und dem Zuschauer immer einen angenehmen und unterhaltsamen Abend bereiten.

Ihr seid viel unterwegs. Wie ist das Tour-Leben?

MM: Wir genießen sehr, dass wir durch unsere Arbeit viel unterwegs sein dürfen und immer wieder spannende Leute kennenlernen.

DC: Vor allem lernen wir die schönsten Orte des Landes kennen und wir freuen uns immer sehr, wenn wir spannende Begegnungen haben, da die ja auch unseren Horizont erweitern.

Wie viel Don Quijote/Bella Quijote steckt in euch? In uns allen?

DC: Ich glaube, dass heutzutage in jedem Menschen etwas Don Quijote steckt. Jeder Mensch hat in seinem Leben Situationen, in denen er fühlt, dass er einen Kampf gegen bestimmte Dinge ausfechten muss, sei es im Privatleben oder auch im Beruf. Insofern wird sich jeder in unserem Stück wiederfinden.

Spieltermine August: 23.,24.,25.,30., und 31.

Spieltermine September:1.,6.,7.,8.,13.,14., und 15.

Beginn jeweils um 19 Uhr; Karten unter 07413/8006 und office@schloss-artstetten.at


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