Sieben Frauen renovierten die Waldandacht
BAD HALL. Klagen über den schlechten Zustand des idyllischen Kleindenkmals Waldandacht am Furtberger Wanderweg ließ einige Frauen hellhörig und aktiv werden.

Sieben Bad Hallerinnen rund um Uschi Haubner setzten sich zusammen und überlegten, wie sie diesem Kleinod mitten im Furtberger Wald die alte Schönheit zurückgeben könnten. Zur Renovierung der Waldandacht war natürlich Geld nötig, das die „Frauenzimmer“ – wie sie sich selber nannten – durch Verkaufsstände am Weihnachts- und Bauernmarkt Bad Hall lukrierten.
1920 errichtet
Dazu kamen noch viele private Spenden von Freunden, Bekannten und Bad Hallern, denen die Waldandacht ein Anliegen ist. Eher ungewöhnlich ist, dass die Geschichte hinter der Errichtung dieses Kleinods genau bekannt ist. So schlossen sich 1920 Leonhard Wölfl, Gärtnermeister und Obmann des Verschönerungsvereines, und der aus dem Weltkrieg gesund heimgekehrte Johann Schmidberger zusammen. Eine Andachtsstätte „mitten im Wald“ wurde gebaut, dem Typus nach ist es ein Kastenkreuz mit vollplastischem Christus. Daneben steht eine Ruhebank zur Andacht.
Schäden beseitigt
Viel Arbeit war nötig, Professionisten mussten die Schäden am Corpus beseitigen. Ein neuer Anstrich brachte wieder Farbe aufs Wegkreuz. Mit einer feierlichen Maiandacht wurde der Abschluss der Renovierung begangen. Die besondere Kraft und Energie, die von Plätzen mit Wegkreuzen – von Volkskundlern als numinose Orte bezeichnet – ausgeht, konnte von den Besuchern hautnah gespürt werden. Zum baldigen 100. Geburtstag erstrahlt die Waldandacht wieder in alter schöner Pracht.


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