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BAD ISCHL. Gründe für den Zuzug in Gemeinden sind neben günstigen Wohnmöglichkeiten, einem reichhaltigen Kultur- und Freizeitangebot auch vielfältige Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Das Zukunft Bildung Salzkammergut-Projektteam, Beate Treml, Christian Kloyber und Martin Schott, arbeitete über neun Monate lang an der Analyse des Bildungsstandorts Inneres Salzkammergut und identifizierte Themenfelder für weiterführende Angebote.

Bleibt bildungshungrigen jungen Menschen im Salzkammergut nur die Option Landflucht oder gelingt es der Region, Anreize zum Bleiben mit entsprechend attraktiven Weiterbildungsmöglichkeiten zu schaffen?

„Auch wenn das Salzkammergut vor allem als Kultur- und Tourismusregion bekannt ist: Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Region als Bildungsstandort viel zu bieten hat und viel Potenzial für innovative Angebote aufweist“, berichtete das Projektteam bei der Präsentation am Freitag im Ischler Lehártheater aus den Analyseergebnissen. Damit sei das Innere Salzkammergut der ideale Ort, um im Rahmen eines Bildungsangebots daran zu arbeiten, zukünftige Herausforderungen meistern zu können.

Netzwerk als Basis geschaffen

Zusammen mit Experten aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Politik und dem Kulturbereich identifizierte das Trio in zwei Workshops konkrete Themenbereiche mit starkem regionalem Bezug und überregionaler Relevanz: „Medienkompetenz und Digitalisierung“, „Industrielle Produktion und Handwerk“, „Kulturelles Erbe und Kulturmanagement“, „Tourismus, Mobilität und Raumplanung“ sowie „Gesundheit, Pflege und Sport“ sind die inhaltliche Ausgangsbasis für die Entwicklung ergänzender und weiterführender Bildungsangebote im Inneren Salzkammergut.

„Bildungs-Stammtisch“ und Innovationszentrum

Als nächster Schritt soll jetzt einerseits ein Stammtisch zum Projekt eingerichtet werden, bei dem sich interessierte Bürgerinnen und Bürger einbringen können und das Projektteam auch über aktuelle Entwicklungen berichtet. Andererseits wird an einem EU-Projektantrag für ein Innovationszentrum Salzkammergut gearbeitet. Gemeinsam mit Kooperationspartnern (Unternehmen, Organisationen, Gemeinden oder Initiativen) aus möglichst allen Themenbereichen sollen Studierende und Maturanten aus dem Inneren Salzkammergut an realen Problemstellungen arbeiten und gleichzeitig auch mehrere Lernmodule absolvieren.

„Zukunft Bildung Salzkammergut war ein erster Schritt. Die Ergebnisse sind Analysen und Ideen für weitere Maßnahmen und Projekte. Das wichtigste Resultat ist jedoch das geschaffene Netzwerk an engagierten und motivierten Menschen und Initiativen“, zeigte sich das Projektteam zum Abschluss voller Elan für weitere Folgeprojekte. Der nächste Stammtisch soll am 1. Juni in Bad Ischl stattfinden.

Welche Maßnahmen im Bildungsbereich müssen also gesetzt werden, um „Landflucht“ zu verhindern? 

„Zur Etablierung eines höheren Bildungsangebots im Salzkammergut braucht es das Commitment von Politik und Wirtschaft, sich für dessen Etablierung einzusetzen, Ressourcen verschiedener Art zur Verfügung zu stellen und gegebenenfalls auch Geld in die Hand zu nehmen, um die Arbeit daran vorantreiben zu können. Mit „Zukunft Bildung Salzkammergut“ haben wir den ersten Schritt getan und werden zusammen mit Politik, Wirtschaft und Bevölkerung weiter daran arbeiten, ein weiterführendes Bildungsangebot im Salzkammergut aufzubauen“, sagt Beate Treml (Zukunft Bildung Salzkammergut).

Nicht nur Inneren Salzkammergut setzt man sich aktiv mit dem Thema „Landflucht“ auseinander. „Die Mitgliedsgemeinden der LEADER Traunsteinregion verfolgen das Ziel, durch zukunftsfähige Projekte eine lebendige, vielfältige und lebenswerte Region zu fördern. Kunst und Kultur haben hier ebenso Raum wie Wirtschaft und Tourismus, Klimaschutz und Mobilität. Aber auch andere Themen laden zum innovativen Nachdenken ein: Die zunehmende Digitalisierung, die neben Herausforderungen auch Chancen für den ländlichen Raum bietet. Der digitale Wandel lässt sich nicht aufhalten, aber bewusst gestalten und nutzen – im privaten, beruflichen und kommunalen Bereich. Eine weitere Tatsache ist der demografische Wandel. Viele Gemeinden weisen erfreulicherweise Einwohnerzuwächse auf. Das liegt nicht nur am Zuwachs durch Familien oder Zuwanderer, sondern auch daran, dass wir immer älter werden. Eine „Altengerechte Regionalentwicklung“ sollte man daher rechtzeitig anvisieren. Themen wie flächendeckende Nahversorgung, Zustellungsdienste, alternative Wohnformen, Barrierefreiheit, Entlastungsangebote für pflegende Angehörige und vieles mehr liefern Ansätze für Projekte einer lebendigen Region für alle Generationen“, so Agnes Pauzenberger, Geschäftsführerin LEADER Traunsteinregion.

 

 


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