Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BAD ISCHL. Der Bedarf an Kinderbetreuung wächst stetig. „Ohne Angebot gibt´s keine Wahlfreiheit“, meinen die SP-Frauen im Bezirk Gmunden. Sie wollen einen massiven Ausbau der Kinderbetreuungsangebote.

Die Botschaft der SP-Frauen: Damit Frauen würdig arbeiten können, sind genügend Kinderbetreuungsangebote nötig.

„Bei uns im Bezirk Gmunden besuchen nur rund 14 Prozent der Null- bis Zwei-Jährigen eine Kinderbetreuungseinrichtung. Zum Vergleich: Der österreichische Durchschnitt liegt bei 25,5 Prozent. Es besteht also Handlungsbedarf“, sagt SP-Landtagsabgeordnete Sabine Promberger. Bei den Kindergärten schaue es besser aus. Da gebe es bei den Drei- bis Fünf-Jährigen eine Betreuungsquote von 93 Prozent. Allerdings besuchen nur vier Prozent der Kinder im Bezirk Gmunden Kindergärten, die die sogenannten „VIF-Kriterien“ (unten) erfüllen, bei den Krabbelstuben erfüllt keine einzige im Bezirk die Vorgaben. „Die Arbeit wird immer mehr flexibilisiert, fehlende Kinderbetreuungsangebote und unzureichende Öffnungszeiten sorgen dafür, dass Frauen manche Jobs nicht annehmen können und dadurch aus dem Arbeitsmarkt verdrängt werden“, meint Promberger.

Öffnungszeiten für Vollzeit-Jobs nicht ausreichend

Ein besonderes Problem sind oft die Öffnungszeiten. „Im Handel oder im Krankenhaus beginnen manche Dienste schon um 6.30 oder 7 Uhr. Wenn der Kindergarten aber erst um 7.15 Uhr aufsperrt, ist das natürlich ein Problem“, sagt Bad Ischls Sozial-Stadträtin Ines Schiller. Das schränke Eltern und Familien in ihrer Selbstbestimmung – insbesondere was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffe – deutlich ein. „Erweiterte Öffnungszeiten würden auch mehr Arbeitsplätze für Frauen bedeuten“, betont Schiller. Kritik, dass die Forderungen Einiges an Geld kosten würden, relativiert Promberger: „Das wäre kein verlorenes, sondern ein gut investiertes Geld. Es gibt kaum wertvollere öffentliche Investition als Kinderbetreuung. Mit jedem investierten Euro wird eine Wertschöpfung von neun Euro geschaffen“, beruft sie sich auf eine Studie der Universität Linz.

Was sind VIF-Kriterien?

Für die Qualitätsbeurteilung von Kindergärten und Krabbelstuben zieht die Statistik Austria sogenannte „VIF-Kriterien“ herbei. Diese sind:

* mindestens 45 Wochenstunden geöffnet

* an vier Wochentagen mindestens 9,5 Stunden geöffnet

* Angebot eines warmen Mittagessens

* maximal fünf Wochen pro Jahr geschlossen

Im Bezirk Gmunden besuchen nur vier (!) Prozent der Kinder VIF-konforme Kindergärten. Bei den Krabbelstuben erfüllt keine einzige im Bezirk Gmunden diese Kriterien - ebenso in neun weiteren Bezirken in Oberösterreich.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden