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BAD ISCHL. Sozial-Stadträtin Ines Schiller kandidiert als Bezirksspitzenkandidatin der SPÖ und ist auf der Wahlkreisliste an Nummer zwei gereiht. Ihre persönliche Politkarriere sieht sie entspannt, ihre Anliegen möchte sie allerdings schon umgesetzt wissen.

Bad Ischls Stadträtin Ines Schiller (SPÖ) bewirbt sich um einen Platz im nächsten Nationalrat und setzt vorrangig auf soziale Themen.

Tips: Mit welchen Fragen wurden Sie im Gespräch mit potentiellen Wählern bisher am meisten konfrontiert?

Schiller: Von den älteren Menschen habe ich vor allem positive Rückmeldungen auf die Pensionserhöhungen bekommen. Auch die Pflege – Betreuungsmöglichkeiten und Finanzierung – sind oft ein Thema. Bei den Jüngeren steht der Wunsch, Kinderbetreuung und Arbeit besser koordinieren zu können, im Vordergrund. Allerdings weniger mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten, sondern vor allem flexiblere Beginnzeiten im Job. „Erst“ ab 7 oder 7.30 Uhr die Arbeit beginnen zu können, wäre für Viele hilfreich.

Tips: Ihr Schwerpunkt ist die Sozialpolitik. Ihre Forderungen verursachen ja auch Kosten. Wie sollen diese finanziert werden?

Schiller: Die Pflegefinanzierung ist ein besonders wichtiger Teil. Neben der von uns vorgeschlagenen Erbschaftssteuer ab einer Million Euro denke ich auch an die mangelhafte Besteuerung von Großkonzernen und Großunternehmen. Es ist ja Geld, das Menschen zugutekommt, die es dringend brauchen und das dem Pflegepersonal Einkommen sichert. Es gibt sicher ja noch Einsparungspotentiale in der Verwaltung. Ich denke da an den Bildungsbereich mit seinen diversen Verwaltungsebenen in Bund, Land und Bezirk. Da könnte man sicher Geld besser in die Lehrerausbildung und das Anheben der Qualitätsstandards umschichten. Man muss das Rad nicht neu erfinden. Man sieht ja zum Beispiel in Skandinavien, wie Umschichtungen fruchten.

Tips: Was wäre Ihr Verständnis als Parlamentarier?

Schiller: Ich sehe mich da schon auch als Sprachrohr der Region. Wir haben hier ganz andere Probleme als in der Großstadt. Wir müssen schauen, dass unsere Region auch Arbeitsmöglichkeiten für höhergebildete, jungen Menschen anbieten kann. Ich sehe mich aber auch als Lobbyistin für Menschen aus ärmeren Schichten.

Tips: Was ärgert Sie im Wahlkampf?

Schiller: Dass viele Menschen die Lage durch die ständigen Debatten viel zu pessimistisch sehen. Ein Beispiel: Bei Gesprächen mit Wählern ist immer wieder die Mindestsicherung ein Thema. Bad Ischl hat rund 14.000 Einwohner. Ich bitte die Leute zu schätzen wie viele Mindestsicherungsbezieher es in Ischl gibt. Die Meisten schätzen 500 bis 600. In Wirklichkeit sind es 57, also rund 0,4 Prozent – darunter zwei Flüchtlingsfamilien. Das steht also in keiner Relation zur oft verbreiteten Stimmung.

Tips: Falls Sie es ins Parlament schaffen: Was wären Ihre ersten Handlungen?

Schiller: Das habe ich mir noch nicht überlegt. Ich bin mit den Gedanken voll bei der Arbeit für den 15. Oktober. Die Kinderbetreuungszeiten sind mir schon ein großes Anliegen und dass die Erbschaftssteuer als Rücklage für den Pflegebereich verwendet wird. Natürlich erhoffe ich mir den Einzug ins Parlament, aber wenn“s nichts wird, sehe ich das sehr entspannt, weil ich in Ischl noch viel umsetzen möchte und sehr gern meiner Arbeit als Lehrerin nachgehe. Wichtig ist, dass die SPÖ im Bezirk vorne liegt und Christian Kern Bundeskanzler bleibt.

Tips: Worin liegen die Herausforderungen für die Region?

Schiller: Wichtig ist ein gesunder Mix, Arbeitsplätze zu schaffen – insbesondere für höhergebildete Salzkammergütler, leistbares Wohnen für Familien zu ermöglichen, Betriebe zu sichern und anzusiedeln. Und eine offene Kultur. Ein „urbaneres“ Kulturverständnis finde ich schon passend und wichtig. Ich bin mir auch sicher, dass die Leute das auch annehmen würden.


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