Bürgermeister Hannes Heide: "Bad Ischl wird zum Symbol für Lebensqualität"
BAD ISCHL. Nicht nur durch Investitionen im Rahmen der Landesgartenschau blüht die Kaiserstadt auf. Tips fragte Bürgermeister Hannes Heide nach dem Warum.

Tips: Im Gegensatz zu anderen ländlichen Städten scheint Bad Ischl kein Abwanderungsproblem zu haben.
Heide: Aufgrund der demografischen Prognosen sollte Bad Ischl eigentlich Einwohner verlieren. Doch das Gegenteil ist der Fall. In den letzten vier, fünf Jahren haben wir 500 Einwohner hinzugewonnen. Das zeigt, dass unser Maßnahmenkatalog wirkt.
Tips: Was meinen Sie damit konkret?
Heide: Ich denke an die günstigen Grundstücke am Robinson-Areal, die Umwidmungen mit Baulandsicherungsverträgen und das Forcieren des sozialen Wohnbaus. Zudem wollen wir bestehende Wohnbauprojekte für Einheimische öffnen, die leistbaren Wohnraum brauchen.
Tips: Was ist für Bad Ischl das Thema der Zukunft?
Heide: Ganz klar die Bildung. Darum entsteht am ehemaligen Kreuzschwestern-Areal ein Schulzentrum. Die Ausschreibung für das Bestandsgebäude ist bereits im Laufen. Dort sollen die Räume für die Concordia-Schule, die Leopold-Hasner-Schule und die Landesmusikschule sowie vier Krabbelgruppen adaptiert werden. In einem zweiten Schritt wird ein neues Gebäude für beide Mittelschulen und eine Mehrzweckhalle errichtet. Aus der Nestroy-Schule (NMS I) wird das neue Rathaus, das Gebäude der NMS II in der Schulgasse soll als Wohnraum genutzt werden. Auch das jetzige Rathaus wird verwertet werden.
Tips: Ihre Pläne gehen aber über das Bestehende hinaus.
Heide: Wir möchten ein neues Bildungsprojekt für das Innere Salzkammergut verwirklichen. Hier muss ein Angebot geschaffen werden – ob als Uni-Lehrgang, Kolleg oder Fachhochschule. Die Region braucht ein Angebot in diesem Bereich.
Tips: Ein mittelfristiges Ziel ist auch der Zuschlag für die Europäische Kulturhauptstadt 2024.
Heide: So ist es. Man darf dies aber nicht nur als Kulturprojekt verstehen. Dieses umfasst auch die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Arbeit, Integration und Mobilität. Die Ernennung zur Kulturhauptstadt ist ja keine Auszeichnung für etwas was war oder gerade ist, sondern für eine Strategie zur nachhaltigen Entwicklung der Region.
Tips: Welche Schritte werden diesbezüglich in Angriff genommen?
Heide: Die EU-Leader-Regionen Inneres Salzkammergut, Traunstein und Ausseerland sind gerade dabei, eine Bestandsaufnahme zu machen und die Situation zu analysieren. Dabei werden das Wissen und die Vorschläge regionaler Experten für ein Grundsatzprogramm zusammengetragen. Ein internationaler Experte soll dann herausfiltern, was für einen positiven Jury-Entscheid wichtig ist und die entsprechenden Prozesse zusammenführen.


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