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BAD LEONFELDEN. Die Aktion „99 Sachen, die wir im Mühlviertel machen„ setzt sich zum Ziel, das typisch Mühlviertlerische in allen Lebensbereichen zu entdecken. Diesmal im Porträt: Volksmusiker Toni Pichler.

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Anton „Toni“ Pichler aus Bad Leonfelden zählt zu den Erfindern der „Wirtshausmusi“ – eine Tradition, die vermehrt in verschiedenen Gaststätten Einzug hält. In den Gasthäusern organisiert und koordiniert Pichler die musikalische Veranstaltung, an denen sich die Menschen vor allem selbst einbringen können. „Bei der Wirtshausmusi kann jeder mitträllern, auch wenn er nicht die beste Stimme hat, wichtig ist, dass man zum Mitsingen animiert wird – das ist Balsam für die Seele“, erklärt Pichler den gesellschaftlichen Aspekt der Wirtshausmusi. Verschiedene Musiker treten dabei im Wirtshaus auf. Währenddessen können vom Publikum aber auch eigene Lieder, Gedichte oder Witze vorgetragen werden. „Das gehört natürlich alles gut organisiert, damit kein Chaos entsteht. Dafür bin ich da“, so Pichler über seine Kernaufgabe. Ziel der Wirtshausmusi sei es – neben Unterhaltung – den Menschen vor allem die traditionelle Volksmusik näherzubringen. „Nicht zu verwechseln mit volkstümlicher Musik à la Helene Fischer, Andreas Gabalier & Co.“, sagt Pichler.

Mühlviertler Volksmusik

„Es gibt regionales Liedgut, das ich den Menschen näherbringen möchte. Das reicht von Böhmerliedern bis hin zu lustigen Liedersängen aus dem Mühlviertel“, so der 66-Jährige, der sich bereits mehrere Jahrzehnte mit traditioneller Volksmusik beschäftigt. Gerade das Mühlviertel sei historisch „nicht immer auf der Butterseite gewesen“, deshalb gebe es auch melancholische, schwere Lieder mit einem schicksalhaften Text, bei dem es zum Beispiel um die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg geht, sagt Pichler. „Das sind schon Charaktereigenschaften, die typisch für Volksmusikstücke aus dem Mühlviertel sind“, ist sich der Unterhalter sicher. Der Vollblutmusiker lebt Musik. Schon von klein auf ist er mit volkstümlicher Musik aufgewachsen, beruflich war er als Musikschullehrer im Mühlviertel tätig, doch auf seinen Lorbeeren ruht sich Pichler nicht aus: „Ich spiele heute noch in vielen Gruppen mit – meistens mit dem Akkordeon oder mit der Steirischen. Ich bin quasi immer „on tour““, sagt Toni Pichler beim Besuch in der Tips-Redaktion. Ein Ständchen durfte freilich nicht fehlen. Mühlviertler Volkslieder wie das „Mühlkreisbahnlied“ oder „Mühlviertler samma“ spielt das Musiktalent aus dem Stand.

Termine

Gemeinsam mit Toni Pichler musizieren kann man wieder am 10. November um 14 Uhr im Café Kastner in Bad Leonfelden, bei der Wirtshausmusi im Kräuterwirtshaus Dunzinger in Hirschbach (15. November, 16 Uhr) oder beim „Offenen Singen“ im Volkshaus Harbach in Linz-Urfahr (19. November, 14.30 Uhr). Kontakt: 0650/2144099


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