Leonfeldner hilft in Afrikas Buschspitälern
BAD LEONFELDEN. Ludwig Mülleder versorgt seit 18 Jahren afrikanische Buschspitäler mit Strom. Für sein Engagement wurde der Bad Leonfeldner bereits mit dem Solidaritätspreis der Diözese Linz gewürdigt.

Seit dem Jahr 2000 fährt Mülleder fast jährlich nach Kenia oder Tansania, um für die Buschspitäler Photovoltaikanlagen zu installieren und diese in Stand zu halten. Durch sein Hobby, dem Bergsteigen, kam der Elektrotechniker dazu die ersten Photovoltaikanlagen in Österreich zu installieren. Ein Freund hat ihn auf die Buschspitäler in Afrika aufmerksam gemacht. „Ich probiere gerne Neues aus, bin immer gerne gereist und durch Dr. Watschinger, einem Linzer Arzt, der 1991 gestorben ist, war der Kontakt zu Österreich gegeben“, schildert Mülleder den Beginn seines langjährigen Engagements.
Menschen vor Ort ausbilden
Die Installationen benötigen kontinuierliche Begleitung und Wartung. Somit reist Mülleder jährlich zwei bis dreimal nach Tansania oder Kenia, um Probleme zu beheben oder Änderungen durchzuführen. Bei der Installation bildet er auch jedes Mal einen Mitarbeiter aus dem Krankenhaus zum Techniker aus. „Meist sind die technischen Kenntnisse eher gering. Deshalb arbeiten wir auch drei bis vier Wochen gemeinsam“, erzählt der Bad Leonfeldner. Der geschulte Techniker ist nach Mülleders Abreise für die Wartung der Anlagen zuständig. „Es ist wichtig, dass sich die Menschen vor Ort selbst helfen können. Durch die Instandhaltung verändert sich auch das Bewusstsein, weil nicht alles weggeworfen wird, was kaputt ist.“
Einfache Ausstattung
Die Buschspitäler werden meist durch Spenden finanziert und sind auf Entwicklungshilfe aus dem Ausland angewiesen. „Die Spitäler darf man sich allerdings nicht wie bei uns vorstellen.“ Die Räumlichkeiten, OPs und Labors sind sehr einfach eingerichtet. Die Patienten schlafen in Sälen mit mehreren einfachen Betten aus Gitterstäben. „Die Menschen in Kenia und Tansania sind sehr offen und herzlich. Man wird auch schnell zu ihnen nach Hause zum Essen eingeladen.“
Nur ein Arzt für zirka 30.000 Menschen
In Entasekera (Kenia) hat Mülleder in dem Buschspital der Österreicherin Maria Schiestl eine Anlage installiert. Nach dem Tod der Ärztin hat er im Vorjahr vorübergehend die kaufmännischen Agenden für das Spital und die Koordination mit österreichischen Spendern übernommen. Schrittweise soll nun die Übergabe an die einheimische Spitalsleitung vorbereitet werden. In zirka fünf Jahren soll das Spital mit 30 Angestellten relativ selbstständig funktionieren. „Für das Einzugsgebiet in fast der Größe von Vorarlberg mit 30.000 Menschen gibt es in dem Spital 30 Betten mit nur einem Universitätsarzt. Vieles erledigen Assistenten.“
„Wer Hoffnung gibt, trägt auch Verantwortung“
Die Tagesklinik ist der wichtigste Bereich, da es keine Hausärzte gibt. Die nächsten großen Projekte sind die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Operationssaales und die Anschaffung eines gebrauchten Rettungsautos. „Ich fühle mich dem Wahlspruch von Dr. Schiestl verpflichtet: Wer Hoffnung gibt, trägt auch Verantwortung“, begründet Mülleder seine Mitarbeit.
Freundschaften
Sein jüngstes Projekt ist in Äthiopien. „Ich habe mich erst an das Land gewöhnen müssen. Tansania und Kenia sind zugleich eine Auszeit, ein Urlaub für mich. In Äthiopien ist es heißer, wir schlafen unter einem Moskitonetz im Freien“, beschreibt Mülleder seine Eindrücke. Bei seinen Einsätzen sind schon viele Freundschaften entstanden.


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