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BÖHEIMKIRCHEN. Kräuterpädagogin Elisabeth Stiefsohn lud vor kurzem zu einer Wildkräuterwanderung auf den Kronberg ein. Dabei lernten die Teilnehmer die Wirkstoffe und Anwendungsarten verschiedener Wildkräuter kennen. Um sie auch anwenden zu können, wurden die gesammelten Kräuter im Anschluss zu einer gesunden Jause verarbeitet.

  1 / 3   Kräuterpädagogin Elisabeth Stiefsohn erklärt den Teilnehmern, wie die einzelnen Wildkräuter wirken und wie sie zubereitet werden können. Fotos: Thomas Lettner

Ich muss gestehen, dass ich ein völliger Laie bin, was das Kräuterwissen betrifft. Nach einer kurzen Vorstellrunde zu Beginn der Wanderung stellte ich fest, dass ich damit nicht alleine bin. Das Wissen um Wildkräuter als Nahrungs- und Heilmittel ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei wachsen in unserer Natur jede Menge Wildkräuter voller gesunder und heilender Wirkstoffe. „Fast alles, was man für seine Gesundheit braucht, wächst im eigenen Garten“, weiß Elisabeth Stiefsohn, die schon seit zehn Jahren Kräuterwanderungen und Kochkurse veranstaltet. Die Heilkraft der Kräuter könne einiges bewirken und positiv zur Linderung von Schmerzen beitragen.

Heilmittel der Natur

Gleich zu Beginn der Wanderung stellte uns Elisabeth das Gänseblümchen vor, ein wie ich finde schönes Pflänzchen, welchem ich bislang aber keine besondere Beachtung geschenkt habe. Dabei enthalten Gänseblümchen jede Menge Vitamin C und Mineralstoffe, sodass man mit den Blüten, Blättern und Knospen den Salat ordentlich aufpeppen kann. Der Giersch wiederum kommt beispielsweise bei der Bekämpfung von Gicht zum Einsatz. Geschmacklich ähnelt er stark der Petersilie, sein Vorteil ist aber, dass er das ganze Jahr über geerntet werden kann.

Viagra des Mittelalters

Die Vogelmiere wächst gerne im heimischen Salatbeet und wird zumeist als „Unkraut“ abgetan und mühevoll aus dem Beet entfernt. Dabei schmeckt das kleine Pflänzchen vorzüglich und eine Hand voll enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als ein ganzes Häupl Salat. Die Vogelmiere kann für die Zubereitung von Getreidelaibchen, Palatschinkenteig, Suppen, Salaten und Aufstrichen verwendet werden. Der Spitzwegerich wiederum – das „Pflaster der Natur“ – enthält ein natürliches Antibiotikum und eignet sich als Zutat für Hustensaft und als Abhilfe bei Bienenstichen. Ein sehr interessantes Wildkraut ist auch die Brennnessel. Sie hilft bei Histamin-Unverträglichkeit, stärkt das Immunsystem, eignet sich für Frühjahrskuren, und die Samen werden auch als „Viagra des Mittelalters“ bezeichnet.

Achtung giftig

Wer Wildkräuter sammelt, sollte sich davor gut informieren und sich von einem kundigen Kräuterpädagogen beraten lassen. Denn auf unseren Wiesen wachsen auch giftige Kräuter, und es kommt jedes Jahr zu verhängnisvollen Verwechslungen mit Vergiftungen und Todesfällen. Beim Sammeln von Bärlauch ist große Vorsicht geboten, denn sein Doppelgänger – die Herbstzeitlose – enthält lebensgefährliche Giftstoffe. Darum soll man Bärlauchblätter einzeln pflücken, da jedes Blatt im Gegensatz zur Herbstzeitlose einen eigenen Blattstiel hat. Auch beim Verzehr von Wildkräutern gilt es Acht zu geben. „Wildkräuter waren früher in der Küche völlig üblich, heutzutage ist unsere Verdauung aber nicht mehr so daran gewohnt. Man sollte den Körper daher schonend daran gewöhnen“, rät die Kräuterpädagogin. Die Termine für Kräuterwanderungen gibt es hier.


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