Künstler ermöglichen im Braunauer Stadttorturm „Blick ins Selbst“
BRAUNAU. Bei der Ausstellung „Der Blick ins Selbst“ präsentieren Künstler der Innviertler Künstlergilde (IKG) von 8. September bis 22. Oktober Porträts und Selbstdarstellungen im Stadttorturm Braunau. Feierliche Eröffnung ist am Freitag, 8. September, um 19 Uhr.

Ob Rembrandt, Edvard Munch oder Frida Kahlo: Sie alle malten in ihren Selbstbildnissen die eigene Verletzbarkeit. In der Kunstgeschichte haben Selbstbildnisse eine lange Tradition. Seit der Renaissance sind sie fixer Bestandteil künstlerischer Gesamtwerke und entwickelten sich mit der Zeit zu einem eigenen Genre, das weit mehr beinhaltet als das reine Abbild des Künstlers.
Historische und aktuelle Selbstporträts
Kuratiert von Hanna Kirmann und Verena Traeger offenbart die Ausstellung im Stadttorturm unterschiedliche Facetten und Zugänge zu Selbstbildnissen. Zu sehen sind sowohl historische Selbstporträts verstorbener IKG-Gildenmeister als auch die Werke von acht zeitgenössischen Künstlern. Elisa Andessner, Hans Heis, Walter Holzinger, Johann Jascha, Elisabeth Peterlik, Erich Plettenbacher, Günther Schafellner und Martina Waldenberger widmeten sich dem Thema mit Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Filmen und inszenierten Fotografien. Außerdem geben aktuelle Fotoporträts von IKG-Künstlern, die Klaus Zeugner seit 2022 aufgenommen hat, einen Einblick in die vielfältigen Persönlichkeiten der Gilde.
Auf der Suche nach dem Ich
Selbstfindung, Selbstdarstellung und Selbstinszenierung, aber auch politische Demonstration oder reine Dokumentation unterschiedlicher Lebensphasen, Stimmungen und persönlicher Veränderungen gehören zum „Blick ins Selbst“. Immer ist er auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit und Befindlichkeit. Zudem stellt er die Frage nach dem Ich: „Wer bin ich und wie viele?“
Max Beckmann malte sich auf der Suche nach dem Ich beispielsweise als Clown, James Ensor als Jesus. Dabei geht es nicht mehr in erster Linie um eine meisterhafte Wiedergabe der eigenen Physiognomie, sondern um das Konstrukt von sich selbst als Teil der Gesellschaft im Sinne von „Wer will ich sein oder wer soll ich sein?“
Die Ausstellung wird am 8. September um 19 Uhr feierlich eröffnet. Danach kann sie bis 22. Oktober immer sonntags von 14 bis 18 Uhr besucht werden. Eine Kuratorinnenführung wird am Sonntag, 17. September, um 15 Uhr angeboten. Der Eintritt ist frei.


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