Zahl der Unfälle mit Rehen steigt
BRAUNAU. In den Herbstmonaten steigt die Gefahr von Wildunfällen. Der Wildwechsel fällt in die Dämmerung und damit in die Hauptverkehrszeiten. Im Bezirk gibt es 29 Wildwarnstrecken.

Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und es zu den Hauptverkehrszeiten dunkel ist, steigt die Gefahr von Wildunfällen stark an. Vor allem in den Monaten Oktober und November fällt der Wildwechsel in die Zeiten mit dem stärksten Verkehrsaufkommen in den Morgen- und Abendstunden im Berufsverkehr. Franz Reinthaler ist Pressereferent des Bezirksjagdausschusses Braunau und bestens mit der Thematik vertraut. „Im Bezirk hat sich die Unfallhäufigkeit in den letzten Jahren erhöht, was unter anderem daran liegt, dass die Straßen besser ausgebaut sind und schneller gefahren wird.“
29 Wildwarnstrecken im Bezirk
Um der erhöhten Gefahr entgegenzuwirken, gibt es im Bezirk Braunau aktuell 29 sogenannte Wildwarnstrecken auf 58 Kilometern Länge mit akustischen und optischen Warngeräten. „Es müsste aber darüber hinaus mehr in der Thematik gemacht werden, aber die Verhandlungen mit der Politik und den Gemeinden sind meistens zäh und schwierig“, stellt Reinthaler vom Bezirksjagdausschuss fest. Es müsse außerdem jeder Wildunfall zwingend bei der Polizei gemeldet werden. „Die Dunkelziffer ist aber sehr hoch, was oft Qualen für die verletzten Tiere bedeutet“, beklagt Reinthaler. „Meistens sind die Autofahrer aber schlecht aufgeklärt und selten auf eine konkrete Gefahrensituation vorbereitet.“ Der Pressereferent gibt folgende Tipps: Warnschilder beachten, in der Folge die Geschwindigkeit reduzieren, bremsbereit sein und, wenn Wild im Lichtkegel zu erkennen ist, mehrmals kurz hupen und aufblenden. Abrupt abbremsen oder versuchen, dem Tier auszuweichen, solle man nur, wenn es die Verkehrslage zulässt.
Besonders Rehe betroffen
Besonders häufig passieren die Unfälle im Bezirk mit Rehen, gefolgt von Hasen, Schwarzwild, Fuchs und Dachs. Im letzten Jahr gab es 996 gemeldete Unfälle mit Rehen, vor zwei Jahren waren es dagegen noch 754, eine Steigerung von über einem Viertel. Bei Feldhasen ist die Zahl dagegen zurückgegangen, im vergangenen Jahr wurden insgesamt 345 Vorfälle gemeldet, im Vorjahr waren es noch über 500.Welche Kräfte bei einem Zusammenprall wirken, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h beträgt die Aufprallgeschwindigkeit eines 25 Kilo schweren Rehs 800 Kilo. Pressereferent Franz Reinthaler erklärt außerdem, dass aktuell wenig in neue Wildwarnstrecken investiert werden kann, da die Instandhaltung der bereits bestehenden Abschnitte viel Geld und Zeit in Anspruch nimmt.


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