Wojak: „Liebe kann man nicht sehen, aber man kann sie zeigen“
BRAUNAU. Die Bezirksstelle Braunau des Roten Kreuzes hat beim Maria Lichtmess-Empfang Bilanz über das Jahr 2018 gezogen und auf ihre Entstehungsgeschichte zurückgeblickt. Sechs Menschen wurden für ihr Engagement ausgezeichnet.

Das Rote Kreuz hat bei seinem traditionellen Maria Lichtmess-Empfang einen Überblick über die Zahlen und Aktivitäten des letzten Jahres gegeben. Bezirksstellenleiter und Bezirkshauptmann Georg Wojak betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Hilfe und Unterstützung der Rot-Kreuz-Mitglieder alles andere als selbstverständlich sei. „Liebe kann man nicht sehen, aber man kann sie zeigen“, meinte Wojak.
Bezirksgeschäftsleiter Herbert Markler führte anschließend durch die Zahlen des letzten Jahres und betonte beim mittlerweile 16. Empfang der Bezirksstelle, dass weiterhin neue Mitglieder und Helfer gesucht werden. Im vergangenen Jahr arbeiteten insgesamt 975 Mitarbeiter in der Bezirksstelle, 828 von ihnen ehrenamtlich. Sie leisteten mehr als 190.000 unentgeltliche Arbeitsstunden ab. Alleine im Rettungsdienst waren im letzten Jahr 543 Mitarbeiter tätig und erbrachten ein Arbeits-pensum von rund 145.000 Stunden. Die Mobile Pflege des Roten Kreuzes machte 2018 über 100.000 Hausbesuche im Bezirk.
Großes Thema Jugendarbeit
Auch die Zahlen der Jugendarbeit können sich sehen lassen: 79 junge Mitarbeiter waren in vier Gruppen aktiv. Das Thema Migration liegt der Organisation ebenfalls sehr am Herzen. 68 Asylwerber leben derzeit in den Unterkünften des Roten Kreuzes. 20 Menschen werden in Altheim betreut, 48 weitere in den drei Häusern in Munderfing. Markler gab beim Empfang außerdem einen Überblick über die Geschichte der Braunauer Bezirksstelle.
1883 war die Geburtsstunde des Roten Kreuzes in Braunau mit 44 Mitgliedern in der Stadt und insgesamt 82 im gesamten Bezirk. Ein weiterer Meilenstein war die „Florence-Nightingale- Medaille“für Maria Hafner, Rotkreuz-Ortsstellenleiterin in Mauerkirchen, im Jahr 1963. Sie galt als „Engel der 6. Armee“, weil sie gemeinsam mit 32 Rot-Kreuz-Helferinnen die rund 200.000 verletzten Soldaten im 1945 errichteten Entlassungslager in Mauerkirchen versorgte. „Sie hat damit eine Hungersnot und eine Seuchenkatastrophe verhindert“, erzählte Markler. Ihr zu Ehren wurde 2010 in Mauerkirchen der Maria-Hafner-Rotkreuzgedächtnis-Park eröffnet.
Sechs Verdienstmedaillen
Am Ende wurden sechs Helfer als „Friedensengel“, wie sie Wojak nannte, für ihr besonderes Engagement mit der Verdienstmedaille des Roten Kreuzes ausgezeichnet: Evelyn Stöby, die im betreubaren Wohnen tätig ist, der neue Amtsarzt Franz Haslinger, der Frankinger Künstler Günther Höllwart, Religionslehrer Franz Seiser, Georg Steidl vom Bezirksabfallverband und stellvertretend für alle Feuerwehrler der ausgeschiedene Mattighofener Abschnittskommandant Karl Ertl.


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