„Die Freude über die Wiedereröffnung ist riesig“
BEZIRK BRAUNAU. Eine der Branchen, die durch die Corona-Pandemie am meisten getroffen wurde, ist die Gastronomie. Nachdem viele Betriebe die Zeit mit Abhol- und Lieferservices überbrücken, dürfen sie ab 15. Mai wieder öffnen – wenn auch unter strengen Auflagen. Tips fragte bei zwei Wirten im Bezirk, dem Braugasthof Vitzthum in Uttendorf und dem Gasthof Mattigtalerhof in Mattighofen, genauer nach.

Am 15. Mai dürfen die gastronomischen Betriebe im Zuge der schrittweisen Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wieder öffnen. Es gelten aber strenge Auflagen, wie etwa das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für die Mitarbeiter, einem Mindestabstand zwischen den Tischen von einem Meter oder der Sperrstunde um 23 Uhr. Die vergangenen Wochen haben natürlich auch bei den Gastronomie-Betrieben im Bezirk durch die staatlich angeordneten Schließungen ihre Spuren hinterlassen.
„Ich habe die letzte Zeit mit sehr gemischten Gefühlen erlebt, als Familienbetrieb hat man auch eine gewisse Verantwortung für die Mitarbeiter. Wir haben uns für Kurzarbeit entschieden und versucht sie bei Laune zu halten“, beschreibt Regina Vitzthum vom Braugasthof Vitzthum in Uttendorf. Zwölf Mitarbeiter sowie drei studentische Aushilfskräfte beschäftigt der Betrieb derzeit. In den vergangenen Wochen wurde im Notbetrieb für die Caritas und den Kindergarten gekocht und ein Abholservice, den es bereits vor der Corona-Krise gab, angeboten. „Härtefonds konnten wir bislang leider nicht in Anspruch nehmen, da wir mit unserer Betriebskonstellation bisher überall rausgeflogen sind.
Erhebliches Minus erwartet
Für die Monate März bis Mai rechnen wir natürlich mit einem erheblichen Minus, das sich auch für den Rest des Jahres nicht aufholen lassen wird.“ Die Freude auf die Wiedereröffnung Mitte Mai ist groß, aber dennoch von einem mulmigen Gefühl begleitet: „Wir sind sehr gespannt, wie unsere Gäste reagieren werden, viele Menschen werden mit Sicherheit auch noch sehr zurückhaltend sein“, glaubt die Wirtin. Die Zwischenzeit nutzte der Familienbetrieb auch für eine Totalreinigung und Instandhaltungsmaßnahmen. Außerdem konnten die Wirtsleute viel Zeit mit den Kindern verbringen. „Man muss das Ganze auch mit ein wenig Galgenhumor nehmen und sich bewusst machen, dass es einem eigentlich gut geht und man hoffentlich mit einem blauen Auge davonkommt. Man geht aus jeder Krise auch gestärkt hervor“, erklärt Vitzthum.
Zeit sinnvoll genutzt
Auch im Mattigtalerhof in Mattighofen standen die Uhren trotz Schließung nicht still. „Ich habe alles auf Vordermann gebracht und lang aufgeschobene Arbeit erledigt. Auch im Gastgarten konnte ich ein langersehntes Projekt selber umsetzen“, erzählt Inhaber Franz Schrattenecker. Die Zeit mit der Famillie genoss er in vollen Zügen: „Diese kommt als Selbstständiger leider ohnehin oft zu kurz.“ Ein Abholservice von Speisen wurde von sehr vielen Gästen dankbar angenommen, zeigt sich der Wirt erfreut. Die Angestellten wurden in Kurzarbeit geschickt. „Kündigungen standen bei uns nie zur Diskussion“, betont Schrattenecker, der aktuell noch jemanden für die Küche sucht. Er selbst hält die Maßnahmen der Regierung in dieser Situation für richtig und wichtig, zeigt sich aber enttäuscht über die Art und Weise der Entschädigung: „Die Anträge sind seitenlang und äußerst kompliziert, doch rausschauen tut nur wenig.““Die Freude auf die Wiederöffnung ist jedenfalls riesig“, sagt Schrattenecker, der viele Gäste erwartet: „Gleich nach Bekanntwerden des Termins haben wir einige Reservierungsanfragen bekommen. Außerdem haben wir sehr viele treue Stammgäste und Stammtische, die sich alle freuen, wenn sie wieder kommen dürfen.“ An die Auflagen will er sich halten: „Freilich spielen dabei auch die Gäste eine wesentliche Rolle. Es wird keine einfache Umstellung, jedoch werden wir auch diese Herausforderung wie gewohnt bravourös meistern. Davon bin ich überzeugt.“


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