Die Arbeit eines Lebensberatersin Zeiten von Abstand und Corona
BRAUNAU. Karl-Heinz Matl von der Beratungsstelle „Beziehlungleben“ arbeitet als diplomierter Ehe-, Familien- und Lebensberater in Braunau. Mit seiner Arbeit will er den Menschen Mut machen, den eigenen Weg aus der Krise zu finden.

Wenn der Alltag wie gerade in der derzeitigen Zeit schwieriger wird, verstärkt das häufig bereits vorhandene Probleme, weiß Karl-Heinz Matl als Stellenkoordinator von der Beratungsstelle „Beziehungleben“ in Braunau. Er will mit seiner Arbeit den Menschen vor allem Mut machen, den eigenen Weg aus Krisen zu finden. Matl lernt die Menschen, die Hilfe bei ihm suchen, gerne persönlich kennen. Doch in den vergangenen Wochen musste der diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberater mit dem Telefon vorliebnehmen. Trotzdem wollte er seine Hauptaufgabe, wie er sie sieht, erfüllen, nämlich den Menschen ohne Vorbehalte zuzuhören und ihnen zu vermitteln: „Du wirst verstanden“. Zu erzählen gab es dabei viel. Von verordneten Verhaltensregeln im Alltag, die belasten, von schwierigen Situationen in der Familie oder von Beziehungsproblemen, die sich mit den Tagen und Wochen verschärften. „Wenn wir uns eingeengt fühlen, färbt das auf uns ab“, erklärt der Lebensberater. Da hilft es, die eigenen Kräfte zu aktivieren. Bewusst auf die eigenen Wunden zu schauen, trägt dazu bei, dass sie heilen.
Matl sieht sich vor allem als Mutmacher
„Ich sehe mich als Mutmacher, der die Möglichkeiten, die in einem verborgen liegen, aufzeigt.“ Matl ist seit langem Beziehungsberater. Deshalb hat das verordnete Distanz-Halten in seinen Ohren keinen guten Klang. Es sei das Gegenteil davon, die eigenen Beziehungen verantwortungsvoll zu gestalten, gibt er zu bedenken. Auf der anderen Seite erinnern die Hygienemaßnahmen an etwas Grundlegendes: „Einen Abstand lassen zwischen sich und den anderen, damit Luft zum Atmen bleibt, ist eine Sache des Anstands.“ Matl, dessen Arbeit auch durch den Kirchenbeitrag finanziert wird, plädiert für mehr Eigenverantwortung im Zusammenleben: „Berufe dich nicht auf die Obrigkeit, sondern denk darüber nach, was du tust.“


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