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Rotes Kreuz: Außerordentlicher Einsatz für die Mitmenschen in Corona-Zeiten

Alexander Kobler, 17.05.2020 10:00

BEZIRK BRAUNAU. Die Mitarbeiter des Roten Kreuz waren in den letzten Wochen und Monaten aufgrund von Corona noch mehr gefordert als ohnehin schon. Tips hat mit Bezirksstellenleiter Herbert Markler über die besonderen Herausforderungen für sein Team in Zusammenhang mit der aktuellen Situation gesprochen.

Ein Rot Kreuz-Mitarbeiter bei der Probenabnahme in der Drive-In Station Foto: RKOÖ/Stefan Pommer
Ein Rot Kreuz-Mitarbeiter bei der Probenabnahme in der Drive-In Station Foto: RKOÖ/Stefan Pommer

„Aus Liebe zum Menschen“ lautet der Slogan des Roten Kreuzes. Dieser war für die Mitarbeiter im Bezirk Braunau bei ihrer täglichen Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie noch mehr Credo denn je, da viele Maßnahmen und Einsätze der letzten Wochen zusätzlich umgesetzt werden mussten und die tägliche Arbeit erschwerten.“Grundsätzlich sind Infektionstransporte Standard im Rettungsdienst des Roten Kreuzes, dennoch stellten uns die letzten Wochen vor besondere Herausforderungen“, stellt Bezirksstellenleiter Herbert Markler fest. Für den Transport von positiv gestesteten und Verdachtspersonen wurden eigene Rettungsfahrzeuge durch spezielle Umrüstung installiert, die zusätzlich zu jeder Zeit mit eigenem Personal besetzt sind. Das Rote Kreuz wurde auch mit der Probenabnahme der Corona-Tests beauftragt, dazu wurden im Bezirk mobile Abnahmeteams installiert und auch eine Drive-In Station in Burgkirchen aufgebaut. „Wir wurden personell in dieser Zeit stark von unseren Freiwilligen Mitarbeitern unterstützt, die zum Teil von ihren Arbeitgebern freigestellt wurden und auch außerordentliche Zivildiener wurden uns zugeteilt“, erklärt Markler.

Selbstcheck der Mitarbeiter vor Dienstbeginn

In Zeiten von Corona muss jeder Rot Kreuz-Mitarbeiter vor Arbeitsbeginn auch einen Selbstcheck machen, um seine eigene Einsatzfähigkeit sicherzustellen. Des Weiteren muss vor jeder Betreuung auch auf Seiten der Klienten im Vorfeld hinterfragt werden, ob es einen Verdachtsfall im Hause des Klienten gibt und sollte sich das bestätigen, sind natürlich entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes der Angestellten in der Betreuung in den Mobilen Diensten ist dabei nicht nur ungewohnt, sondern häufig auch belastend: „Ganztags Beschäftigte klagen nicht selten über Erschöpfung und vermehrtes Kopfweh am Ende der Dienszeit“, stellt der Bezirksstellenleiter fest. Hinzu kommt unter anderem auch die momentane Verunsicherung der Klienten, die häufig von der Umwelt abgeschottet sind. Diese fällt dann auf die Rot Kreuz Mitarbeiter zurück, da sie derzeit manchmal der einzige soziale Kontakt sind. Die mobilen Dienste des Roten Kreuzes konnten aber die Versorgung zu jeder Zeit der Krise sicherstellen. In vielen Leistungsbereichen musste das Angebot zuletzt sowohl als Fremdschutz der Klienten, als auch zum Eigenschutz der Mitarbeiter gekürzt werden. So wurde etwa der Rot Kreuz-Markt Mattighofen zwischenzeitlich geschlossen, im April aber bereits wieder geöffnet. Bei Essen auf Rädern konnten neue, junge Mitarbeiter gefunden werden, sodass die Dienstleistung durchgehend angeboten werden konnte. Mit Öffnung der Schulen werden auch die Jugendrotkreuzaktivitäten demnächst wieder hochgefahren.


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