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LENGAU. Als Quereinsteigerin übernahm Bernadette Mair-Meran mit Anfang 20 gemeinsam mit ihrem Mann Sebastian den Aicherhof in Lengau, den sie seither mit viel Leidenschaft und Innovationsgeist führen. In ihrem Hofladen verkaufen die beiden vielfältige Köstlichkeiten, wobei sich die Jungbäuerin auf die Kunst des Brotbackens spezialisierte.

Bernadette und Sebastian Mair-Meran bewirtschaften gemeinsam den Aicherhof in Lengau. Foto: Privat
Bernadette und Sebastian Mair-Meran bewirtschaften gemeinsam den Aicherhof in Lengau. Foto: Privat

Es war nicht immer ihr Plan, Bäuerin zu werden, sagt Bernadette: „Ich bin auf einem Pferdehof aufgewachsen, wollte aber nicht unbedingt in der Landwirtschaft tätig sein.“ Kurz vor der Matura lernte sie ihren Mann kennen, die beiden gingen auf Weltreise, machten ein Auslandspraktikum in Neuseeland und die Pläne änderten sich. 2017 übernahmen sie den Bio-Milchviehbetrieb von Sebastians Familie und brachten frischen Wind in den Betrieb.

Bewusste Vielfalt

Dabei setzen die beiden auf Vielfalt. Neben den 30 Kühen und einem Zuchtstier gibt es auf dem Hof Schafe als „Biorasenmäher“, ein paar Laufenten und Hühner. Bernadettes Schwiegervater betreut außerdem Bienen und legte sich vor Jahren Turmfalken zu, die seither auf dem Hof zuhause sind. Es wird diverses Gemüse und Getreide angebaut und auf einer großen Streuobstwiese wachsen 35 verschiedene Apfelsorten. Daraus werden verschiedenste Säfte gemacht, etwa Apfel-Aronia Saft.

Brot-Spezialitäten

Jeden Freitag bäckt Bernadette außerdem Bauernbrot. Sie ist zertifizierte Brotsensorikerin und hat mittlerweile vielfältigste Sorten im Angebot. Spezialitäten des Hofes sind das „Oachabrot“, ein Vollkornbrot mit Sauerteig Roggen und Dinkel sowie fluffige Handsemmeln mit Heumilch und Honig. Jede Woche werden rund 50 Brote und 200 Semmerl gebacken. Geplant ist zudem, dass ab 2021 Urlaub am Bauernhof angeboten wird.

Gleichgesinnte finden

Der Anfang war nicht immer leicht. Sebastian wusste schon früh, dass er den Hof übernehmen wollte. Nach dem frühen Tod seiner Mutter übernahmen zuerst seine Schwester und sein Schwager den Hof, bis er für die Übergabe bereit war. Bernadette hingegen war Quereinsteigerin, sie holte die Facharbeiterausbildung nach und musste erst ihre Gruppe von Gleichgesinnten finden. Diesen Schritt empfiehlt sie auch anderen: „Es ist wichtig, eine Gemeinschaft wie den Bauernstammtisch zu finden, wo man sich austauschen kann. Man kann so viel gegenseitig lernen.“ Letztes Jahr trat Bernadette auch dem Bezirksvorstand des Bauernbundes Braunau bei.

Inzwischen ist sie von ihrem Beruf begeistert und legt ihn auch anderen Frauen ans Herz: „Jede Bäuerin ist ein großer Gewinn für die Landwirtschaft. Wir können uns hier etwas aufbauen und für uns arbeiten. Mit jedem Handgriff sieht man, was man geleistet hat.“

Corona als Chance

Herausfordernd sind derzeit allerdings die Auswirkungen des Klimawandels, die besonders in der Forstwirtschaft, etwa anhand des Borkenkäfers, sichtlich werden, berichtet Bernadette. Auch die steigenden Anforderungen und strenger werdenden Auflagen seien bei gleichbleibenden Preisen nicht immer leicht zu erfüllen. Die Corona-Krise sieht sie aber als Chance. „Man erkennt deutlich, dass die Wertschätzung für regionale Produkte gestiegen ist.“

Wer mehr über die beiden erfahren möchte, kann sich auf Facebook und Instagram mit dem Stichwort „Aicherhof“ auf dem Laufenden halten.


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