„Jo do schau her“: Neue CD vereint Dixieland und Gesellschaftskritik
MATTIGHOFEN. Knappe zwei Jahre wurde daran gearbeitet, jetzt ist sie fertig, die neue CD „Jo do schau her“ des Mattighofner Musikers und Musikproduzenten Edgar Pelz und seinen „Doc Eddy“s Dogs“. Zu hören ist sowohl jazziger Dixieland-Sound als auch gewagte Gesellschaftskritik.

Diese Kombination ist einzigartig und so noch nie vorher dagewesen“, sagt Pelz, der auch in seiner Karriere auf Vielseitigkeit setzte und vor seiner Arbeit als Musiker bereits Richter oder Ozeanpianist war.
Musik aus New Orleans
Nicht nur der Bandname „Doc Eddy“s Dogs“ ist an die Dixieland-Zeit angelehnt, im neuen Album kommt auch eine Original-Dixieland-Besetzung zum Einsatz. Die Instrumente spielen Profis wie der Gitarrist Milo Popovic oder Schlagzeuger Andreas Hölzl. „Die Musiker haben internationalen Ruf und sind Koryphäen ihres Faches“, betont Pelz.
Ursprünglich kommt die Stilrichtung Dixieland aus New Orleans und entwickelte sich Anfang des letzten Jahrhunderts aus dem Jazz. Typischerweise sind in Dixieland-Bands Instrumente wie Trompete, Klarinette, Posaune, Schlagzeug, Piano, Kontrabass, Tuba sowie Banjo oder Gitarre zu finden. Gesungen wird hierbei nicht.
Gewagte Texte
Anders als bei der originalen Stilrichtung gibt es auf der CD aber auch einiges an Text zu hören, und der hat es teilweise in sich: „Die Lieder gehen unter die Haut. Ich nehme alles Mögliche aufs Korn: Politik, Genderproblematik oder politische Korrektheit. Dabei greife ich hart durch und nehme mir kein Blatt vor den Mund. Die Themen sind anregend, aufregend und untergriffig“, erklärt Pelz. Mit „Das Fallbeil“ ist sogar ein Lied über Franz Jägerstätter zu finden.
„Ich finde, alles davon ist wahr, die Texte schreibt das Leben. Es geht darum, der Menschheit ein bisschen den Spiegel vorzuhalten. Jeder kann sich in den Texten wiederfinden.“ Vermischt mit dem beschwingten Dixielandsound erhalte der Inhalt eine lustige Komponente: „In der derzeit teilweise trostlosen Zeit ist es wichtig, über das Leben und sich selber lachen zu können.“
Der Text stammt großteils aus seiner Feder und ist mit diversen Dialekten der Region angehaucht. Auch die Musik komponierte Pelz, die Bläserarrangements verfasste sein Kollege Herbert Berger.
Kritik an Systemen
Angst vor Kritik hat Pelz angesichts der teils sehr dunklen und gewagten Texte nicht. „Ich hatte noch nie vor etwas Angst. Ich bin ein irrsinnig gläubiger Mensch und kann das sehr gut mit mir selbst ausmachen. Ich schulde niemandem Rechenschaft und es muss sich auch keiner auf den Schlips getreten fühlen, denn ich greife niemanden persönlich an, sondern die Systeme.“
Weiteres Album geplant
Dabei sind die 14 Titel des Albums nur ein erster Teil. Geplant sind weitere 14 Lieder mit teils noch dunklerer Thematik, die Mitte dieses Jahres erscheinen und auf der Bühne in Mattighofen uraufgeführt werden sollen. Am Sonntag, 21. März, spricht Edgar Pelz von 19 bis 20 Uhr auf Radio Salzburg über das neue Album.
Die CD ist auf allen Musikplattformen erhältlich und kostet 15 Euro. Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.DocEddysDogs.com


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