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BEZIRK BRAUNAU/RIED. „Wohnen im Dialog“ unterstützt in Braunau und Ried Menschen dabei, mehr Wohnzufriedenheit zu erlangen. Seit der Pandemie gibt es in Nachbarschaften mehr Konflikte zu bewältigen, aber auch ein neues, angepasstes Unterstützungsangebot, berichtet die Mediatorin Susanne Lew.

Mithilfe eines Nachbarschaftsmobils wird zu Gesprächen eingeladen. Dieses ist dann wieder unterwegs, wenn die Aktionen von „Wohnen im Dialog“ starten. (Foto: Wohnen im Dialog)

Verschmutzungen, Müll-Problematik oder Lärmbelästigung – auch in guten Nachbarschaften kann es zu Spannungen und Konflikten kommen. Ist das der Fall, gibt es in Braunau und Ried die Möglichkeit, sich an „Wohnen im Dialog“ zu wenden. Seit 2015 gibt es dieses Angebot, das sich vor allem an jene Menschen richtet, die in Wohnsiedlungen leben. „Grundsätzlich kann sich aber jeder melden. Es geht bei uns vor allem um Konfliktbegleitung und Gemeinwesenarbeit“, sagt Lew. In Braunau ist sie in erster Linie in Laab und in der Neustadt tätig.

Mehr Konflikte

Wie Lew berichtet, hatte die Pandemie große Auswirkungen auf das Zusammenleben. Die durch den Lockdown hervorgerufene Beengtheit führte zu einem deutlichen Anstieg von Konflikten. „Das wurde vor allem im heurigen Jahr spürbar. Neben dem Thema der Verschmutzung und Mülltrennung gibt es jetzt viele Konflikte, bei denen es um Lärmbelästigung geht. Viele Familien sind häufiger zuhause und da mehr Menschen von daheim aus arbeiten, wurden sie sensibler, was Geräusche betrifft.“

Spannungen gibt es insbesondere in der Nähe von Spielplätzen, wobei auch die Spielmöglichkeiten der Kinder eingeschränkt wurden. Zwar gibt es mittlerweile wieder mehr Lockerungen, was die Einschränkungen durch Corona betrifft. Bisher zeigt sich aber noch keinesfalls, dass die Konflikte weniger werden, erzählt Lew: „Das Vereinsleben ist auch noch immer nicht ganz hochgefahren. Dabei wäre dieses für Kinder so wichtig, um soziale Kontakte zu pflegen und sich auspowern zu können.“

In Dialog treten

Lew rät bei Konflikten vor allem dazu, in Dialog mit den Nachbarn zu treten. „Viele Menschen berichten derzeit, dass sie nicht mehr wissen, wie sie sich Kraft holen können. Wir ermutigen dazu, gerade jetzt auf seine Gesundheit zu achten und Dinge zu machen, die einem guttun, wie Bewegung in der Natur.“

Neue Angebote

Vor Corona wurden mehrmals im Jahr verschiedenste Veranstaltungen angeboten – auch in Kooperation mit verschiedenen Vereinen. Ein Nachbarschaftsmobil besuchte die Wohngegenden und man lud zu Gesprächen ein. Bei den Festen gab es ein vielfältiges Programm und bis zu 300 Besucher. Diese Aktionen sollen dann wieder starten, wenn es die Covid-Maßnahmen zulassen.

Da Corona den persönlichen Kontakt erschwerte, wurde eine Nachbarschaftshilfe und eine Konflikt-Hotline eingerichtet. Sie ermöglicht es, per Telefon über die Probleme in der Nachbarschaft zu sprechen. Die Hotline 0676/87347070 ist von Montag bis Donnerstag erreichbar.

Einzelgespräche

Ein neues Angebot ist außerdem die „Einladung zum Dialog“. Lew und ihre Rieder Kollegin Kristina Friedrich kommen dafür regelmäßig in bestimmte Wohnsiedlungen und laden bei einem runden Tisch zu Einzelgesprächen ein. Die Bewohner können dabei über ihre Situation und Probleme sprechen und sich zum Beispiel Ideen holen, wie ein besseres Zusammenleben trotz der gerade schwierigen Zeit gelingen kann. Für Kinder gibt es außerdem Inspirationen für Spiele, die mit einfachen Mitteln Spaß machen können. Die Besuche werden vorab durch einen Aushang angekündigt.

Wohnen im Dialog

wohnen.braunau@volkshilfe-ooe.at

Tel.: 0676/87347197

wohnen.ried@volkshilfe-ooe.at

Tel.: 0676/87347121


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