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MINING/ERING. Gerade im Sommer ist das Europareservat Unterer Inn mit seinen Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt einen Besuch wert. Dort gibt es nicht nur schöne Wander- und Radfahrmöglichkeiten, sondern auch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zu entdecken.

Mit etwas Glück gibt es im Schutzgebiet den Schachbrettfalter zu entdecken. (Foto: Walter Sage)
  1 / 3   Mit etwas Glück gibt es im Schutzgebiet den Schachbrettfalter zu entdecken. (Foto: Walter Sage)

Das Europareservat ist für seine artenreiche Vogelwelt bekannt. Über 330 verschiedene Vogel­arten konnten bereits auf den Sandbänken der Innstauseen und in den Auwäldern gezählt werden.

Erste Zugvögel

Im Sommer gibt es dort bereits Zugvögel zu beobachten. Die ersten Trupps von Kampfläufern und Großen Brachvögeln sowie einzelne Grünschenkel und andere Watvögel sind auf den Sandbänken und im Flachwasser emsig dabei, Nahrung zu suchen. Für ihren weiten Weg über die Alpen ins Mittelmeergebiet und bis ins südliche Afrika brauchen sie auch eine gute Vorbereitung.

Enten in der Mauser

In den Sommermonaten befinden sich die Enten außerdem in der Mauser und erneuern ihr Federkleid. „Die Männchen verlieren die bunten Federn ihres Prachtgefieders und werden bräunlich weibchenfarben“, berichtet Marianne Bollmann vom Naturium. Dadurch sehen auf den ersten Blick plötzlich alle Enten aus wie weibliche Stockenten. Im Spätherbst mausern sich die Erpel aber erneut und legen dabei wieder ihr buntes Prachtgefieder an, das ihnen bei der Balz im nächsten Frühjahr behilflich ist.

Pflanzenreichtum

Auch Pflanzenfreunde kommen beim Reservat auf ihre Kosten, denn auf den Halbtrockenrasen der Inndämme gedeiht eine vielfältige und bunte Pflanzengesellschaft. Viele Heilkräuter und Orchideen wachsen gerne auf den „Brennen“, den trockenen und kiesigen Wiesenstandorten in den Auen. „Sie sind neben den Inndämmen zu wichtigen Ersatzbiotopen für viele in unserer Kulturlandschaft vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten geworden“, erklärt Bollmann. „Neben Orchideen wie dem unscheinbaren Zweiblatt und der Stendelwurz gedeihen dort viele Heil- und Gewürzkräuter wie Thymian, Oregano und Kamille.“

Über 800 Schmetterlingsarten

Durch den Blütenreichtum wird eine Vielzahl Insekten angelockt. Über 800 verschiedene Schmetterlingsarten leben im Schutzgebiet. „Die meisten der hier vorkommenden Schmetterlinge sind nachtaktive Falter, aber auch viele Tagfalter sind hier heimisch. Bei warmem Wetter und Sonnenschein kann man jetzt im Sommer Arten wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Distelfalter, Schachbrettfalter, Schwalbenschwanz sehen“, berichtet Bollmann.

Besucherzentrum

Im Zentrum des Naturjuwels liegt das Naturium am Inn, das grenzübergreifende Besucher-, Naturschutz- und Umweltbildungszentrum in Ering-Frauenstein. 2020 wurde die gemeinsame Einrichtung des Landkreises Rottal-Inn (Bayern) und der Gemeinde Mining eröffnet, seit April 2021 ist das Naturium außerdem eine von 59 Umweltstationen in Bayern und ist damit eine wichtige Anlaufstelle für die Umweltbildung.

Spannende Ausstellungen warten im Naturium Ering und Schloss Frauenstein auf die Besucher, wobei unter anderem ein begehbarer Auwald, faszinierende Naturaufnahmen, interaktive Stationen oder seltene Vogelpräparate zu sehen sind. Zudem kann man hier erfahren, welche Vogelarten aktuell im Gebiet anwesend sind. Die Dachgauben gewähren einen weiten Ausblick über den Stausee und Einblicke in die Vogelwelt.

Neue Erlebnis-Stationen

Rund um den Stausee gibt es zum Beispiel den Innwanderweg oder einen Naturerlebnisweg. Zudem führen mehrere Radwege am Naturium vorbei. Auf beiden Seiten des Flusses entstehen derzeit sechs Erlebnis-Stationen, die zum Verweilen und Entdecken einladen und in Kürze fertiggestellt sein sollen. Einen schönen Ausblick bieten ein neuer Vogelbeobachtungsturm sowie die Station zum „Erlebnis Umgehungsgewässer“.


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