Sternsinger: Weniger Gruppen, aber viel Freude beim Spendensammeln
BEZIRK BRAUNAU. Brauchtum bewahren und Gutes tun – das ist das Ziel der vielen Sternsingergruppen, die nach Weihnachten im ganzen Bezirk Braunau unterwegs sind. Dieses Jahr sammeln sie für bedürftige Menschen in Kenia..

In den vier Pfarrgemeinden der Stadt Braunau machten heuer rund 70 Kinder bei der Aktion mit. Viele Kinder waren etwa auch in Hochburg-Ach unterwegs – hier beteiligten sich 18 Gruppen mit je vier Kindern an dem Brauch. In rund 98 Prozent der OÖ. Pfarren findet die Sternsingeraktion jedes Jahr statt. Die Teilnehmer wollen dabei nicht nur Gottes Segen bringen, sondern sammeln auch Spenden für einen guten Zweck.
Das Besondere: Kinder und Jugendliche bilden das Fundament der Aktion. Mit jedem Schritt, den sie gehen, setzen sie ein wichtiges Puzzleteil, um ihrem Ziel näherzukommen. Sie wollen die Welt zu einem besseren Ort machen. Es handelt sich dabei um die größte entwicklungspolitische Spendenaktion Österreichs.
Wasser sichert Überleben
Schwerpunkt 2023 ist das Projekt „Wasser sichert Überleben“, das Hirtenvölkern im Norden Kenias unterstützen soll. Wegen des Klimawandels bleibt dort der Regen aus, was zu Hunger und Krankheiten führt. Deshalb sollen Brunnen gebaut werden. Abendschulen sollen Hirtenkindern beim Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen unterstützen.
In ganz Österreich legen dafür 85.000 Sternsinger Millionen Schritte zurück. Jährlich werden durch die Aktion rund 500 Hilfsprojekte unterstützt. Im Vorjahr wurden mehr als 15 Millionen Euro gespendet. Ziel ist: Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Braunauer sind bei den Spenden immer großzügig, sagt Elisabeth Kronreif, Seelsorgerin der Braunauer Pfarrgemeinden. Wie sie berichtet, ist der Brauch in der Region relativ konstant. „Die Lieder und Sprüche halten sich oft viele Jahre.“ Was sich im Vergleich zu früher geändert hat ist, dass die Gruppen weniger oft in die Häuser hineingehen und kürzer bei einer Familie sind.
Zahlen sinken
Außerdem sinken die Zahlen der Gruppen. „Tendenziell nehmen leider weniger Kinder teil, allerdings gibt es immer wieder Jahre, die diesem Trend widersprechen.“ So können beispielsweise in Ranshofen fast alle Haushalte besucht werden. „In anderen Pfarrgemeinden werden wir leider einige Gebiete nicht abdecken können.“ In Simbach machten heuer sogar so wenige Kinder mit, dass sich Haushalte für einen Besucher der Heiligen drei Könige anmelden mussten.
Auch während der Pandemie wurde es ruhiger um die Sternsinger. Im Winter 2020/21 musste auf die Hausbesuche verzichtet werden. Stattdessen wurden emsig Kuverts mit Begleitbrief, Erlagschein und Segensaufkleber ausgetragen. Letztes Jahr musste noch fleißig getestet werden. „Heuer sind wir froh, dass wir wieder ganz ‚normal‘ unterwegs sein können, ohne Einschränkungen“, sagt Kronreif.
Helfende Hände
Sie ist in Ranshofen und Neustadt die Hauptorganisation der Aktion und hat einige Aufgaben, wie die Gruppeneinteilung, das Finden von Begleitpersonen, Köchen und vieles mehr. „Alleine wäre das nicht zu schaffen. Gott sei Dank helfen viele zusammen!“ Neben den Kindern machen auch Priester, Pfarrsekretärinnen, Eltern und viele weitere Ehrenamtliche mit. Unterstützung gibt es auch vom Schwesternkonvent der Franziskanerinnen von Vöcklabruck und dem Krankenhaus Braunau. „Man sieht: Sternsingen verbindet und schlägt Brücken.“
Als Seelsorgerin freut sie sich jedes Jahr auf die vielen Begegnungen. „Man spürt richtig, wie sich die Leute über den Besuch freuen. Wichtig ist mir dabei, den Kindern auch die Hintergründe zum Brauch und zu den verwendeten Spenden zu erklären. Eine besondere Freude sind auch die Sternsingergottesdienste.“ Für sie verbindet die Aktion viel Positives: Die Kinder bringen nicht nur Segen, Freude und verkünden die Frohe Botschaft, sondern verbringen auch Zeit in der frischen Luft und haben gemeinsam viel Spaß.
Auch von den Sternsingern bekommt sie positive Rückmeldungen. „Mich freut besonders, dass wir Kindern in anderen Ländern helfen können“, sagt beispielsweise der neunjährige Johannes. Dem achtjährigen Max gefällt es, dass er dabei viel Spaß mit seinen Freunden haben kann: „Mich freut die Gemeinschaft besonders.“
Sternsinger-Gottesdienste
Die meisten Gruppen sind bis 5. Jänner unterwegs. Am 6. Jänner findet in den Gemeinden dann die Sternsingergottesdienste statt. Eine Besonderheit ist die Dreikönigs-Krippenandacht der „großen“, erwachsenen, Heiligen drei Könige. Diese wird um 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Stephan veranstaltet.


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