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Personalmangel in Kindergärten: Gruppe in Mauerkirchen muss geschlossen werden

Theresa Senzenberger, 30.06.2023 08:49

MAUERKIRCHEN/BEZIRK BRAUNAU. Für mehrere offene Stellen konnten im Kindergarten Mauerkirchen keine Pädagogen gefunden werden. Jetzt muss eine Kindergartengruppe geschlossen werden, 23 Kinder warten auf einen Platz. Auch in anderen Kindergärten des Bezirks ist die Lage angespannt.

Kindergartenpädagogen sind im Bezirk Braunau gefragt. (Foto: oksix/stock.adobe.com)
  1 / 3   Kindergartenpädagogen sind im Bezirk Braunau gefragt. (Foto: oksix/stock.adobe.com)

Schon 2016 gab es in der Gemeinde Probleme bei der Personalsuche. 2018 startete der Pfarrcaritas Kindergarten Mauerkirchen einen Hilferuf: Auf offene Stellen gibt es kaum Bewerber. Dank Übergangslösungen konnten die Gruppen weitergeführt werden. Laut Bernhard Bogenhuber, der seit 1998 als Mandatsvertreter für den Kindergarten zuständig ist, hat sich seitdem die Lage nicht gebessert. Im Gegenteil: Jetzt muss die vierte Gruppe geschlossen werden.

Vier offene Stellen wurden ausgeschrieben. Es gab nur sieben Bewerberinnen, davon fünf Absagen. Für den Kindergarten besonders ärgerlich: Eine Bewerberin aus Deutschland und gebürtige Innviertlerin, eine staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin mit zehn Jahren Praxiserfahrungen im Kindergartenbereich, zog ihre Bewerbung wieder zurück. Denn ihre Ausbildung wird nicht als pädagogische Fachkraft in Kindergärten anerkannt, ihre Anstellung wäre in einem kündbaren Dienstverhältnis.

Mehr Flexibilität gefordert

„In Oberösterreich erlaubt die Bildungsdirektion in Ausnahmefällen wie diesen auch die befristete Verwendung als Gruppenführerin, um Gemeinden zu unterstützen. Es gilt jedoch die Orientierung, dass jemand, der nicht die volle Qualifikation zur Gruppenführung besitzt, nur solange in dieser Funktion arbeiten soll, bis voll qualifiziertes Personal verfügbar ist oder eben die entsprechende Qualifizierung persönlich nachgeholt wird. Die diesbezügliche Entscheidung obliegt dem Dienstgeber“, heißt es aus der Bildungsdirektion Oberösterreich.

Auf den Vorschlag, dass die Bewerberin innerhalb einer bestimmten Zeit zusätzliche facheinschlägige Fortbildungen macht, damit eine Daueranstellung möglich ist, kamen laut Bogenhuber vom Land OÖ keine Lösungsvorschläge. Vom Land OÖ würde sich der Kindergarten mehr Flexibilität beziehungsweise eine Lösungsfindung wünschen. „In der Schule geht das, im Kindergarten fehlt der Plan B“, so Bogenhuber.

„Im OÖ Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz ist unter anderem eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verankert“, sagt Bogenhofer. Für die Eltern in Mauerkirchen wird das schwierig. 23 sind aktuell auf der Suche nach weiteren Plätzen – auch in Nachbargemeinden. Eine Aufnahme in anderen Gemeinden ist allerdings ebenfalls eine Herausforderung, wie die Eltern berichten.

Schwierige Situation auch in anderen Gemeinden

Denn auch in anderen Kindergärten des Bezirks ist die Personalfindung nicht leicht. In St. Peter werden aktuell beispielsweise ebenfalls Mitarbeiter im Kindergarten gesucht. Laut Bürgermeister Robert Wimmer (ÖVP) ist die Bewerbungsanzahl bis jetzt sehr gering. „Dennoch gehen wir davon aus, die vierte Gruppe ab Herbst wie geplant führen zu können.“

Mauerkirchens Kindergartenleiterin Rosemarie Pointner berichtet, dass sich viele angehende Kindergartenpädagoginnen schon im Laufe ihrer Ausbildung gegen den Job entscheiden. „Viele überlegen es sich währenddessen anders. Manche machen die Ausbildung auch nur, weil sie dann die Matura haben. Nur ein geringer Anteil steigt als Kindergartenpädagogin ein.“

Bessere Rahmenbedingungen gewünscht

Damit sich das ändert, müssten die Rahmenbedingungen geändert werden, beispielsweise was das Gehalt betrifft, so die Pädagogin. Unterschiedliche Bedingungen in Gemeinde- und Pfarrcaritas-Kindergärten führen laut der Leiterin auch dazu, dass sich weniger Pädagogen für Pfarrcaritaskindergärten entscheiden. Sie ist gerade angesichts der aktuellen Gruppenschließung davon überzeugt, dass Verbesserungen im Bereich der Kindergärten notwendig sind: „Die Bildungsdirektion ist gefordert, schnell zu reagieren.“

Nach wie vor hofft der Kindergarten darauf, eine Pädagogin oder einen Pädagogen zu finden. Sobald Personal gefunden werde, soll die Gruppe wieder geöffnet werden.


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