Neue Moor-Ausstellung in Braunau bietet Wabbelwiese und Hologramm
BRAUNAU. Die Ausstellung „Mehr Moor!“ ist ab sofort auch in Braunau zu sehen. Noch bis 15. Oktober kann man dort in die Welt der Moore eintauchen, mit einem Live-Hologramm sprechen oder eine Art „Moor-Hüpfburg“ ausprobieren.

Zuvor war die Ausstellung in Freistadt und Eggelsberg und lockte mehr als 21.000 Besucher an. Jetzt steht der Mobile Schauraum bei der Theatergasse. Darin gibt es für Naturinteressierte viel zu entdecken. Die Ausstellung soll nicht nur informativ sein, sondern auch Spaß machen.
„Sie soll vor allem der einheimischen Bevölkerung und Schulen die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Moor intensiver auseinanderzusetzen“, sagt Alfred Weidinger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der OÖ Landes-Kultur. Die Ausstellung ist laut Alexandra Aberham, Kuratorin der OÖ Landes-Kultur GmbH, interdisziplinär und verbindet Kultur, Natur und Kunst. Nicht nur Biologen, sondern auch Künstler und Filmemacher wirkten mit.
Kinder können es sich beispielsweise auf der Wellmoor-Wabbelwiese gemütlich machen oder durch ein Teleskop einen genaueren Einblick in die Moore erhalten. Infos bieten nicht nur Schautafeln und Ausstellungsstücke, sondern auch Natur- und Kulturvermittler als Hologramm. Diese plaudern von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 14 bis 16 Uhr mit den Gästen und beantworten Fragen.
Film über das Ibmer Moor
Visuelle Eindrücke vom Ibmer Moor gibt es in einem eigenen Raum, wobei der Film über Moorwege, -pflanzen und Co. auf eine Leinwand projiziert wird. „Die Leute sollen dadurch animiert werden, selbst bei Führungen im Moor mitzumachen“, so Aberham.
Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP) ist selbst vom Ibmer Moor fasziniert und betont dessen hohen ökologischen Wert: „Das Ibmer Moor ist eine der wertvollsten Flächen Oberösterreichs. Intakte Moorlandschaften müssen wir schützen und zugleich genutzte Moore wieder renaturieren.“
Moore gegen Klimawandel
Auch die Ausstellung will das vermitteln – denn Moore gehören zu den klimarelevantesten Ökosystemen. Sind sie intakt, können sie einen wesentlichen Beitrag gegen die Klimaerwärmung leisten. Denn obwohl Moore nur drei Prozent der Landmasse ausmachen, speichern sie ein Drittel des weltweit im Boden gebundenen Kohlenstoffs.
In der Vergangenheit allerdings wurden sie oft durch Torfabbau oder Überbauung zerstört. In Österreich sind 90 Prozent der Moore beeinträchtigt.
Zentrales Ziel des Moorschutzes ist die Wiederherstellung eines standortgerechten Wasserhaushalts – denn Wasser ist das Lebenselixier der Moore. In Trockenperioden geben Moore das Wasser langsam an ihre Umgebung ab, bei starken Niederschlägen halten sie es zurück und mildern dadurch Hochwässer.
Eine weitere Besonderheit der Moore ist der Bodentyp Torf. Dessen saure Bedingungen schaffen einen eigenen Lebensraum, der von Spezialisten, die sich an die besondere Umgebung angepasst haben, besiedelt werden kann. So sind in den Mooren beispielsweise der Sonnentau, die Hochmoor-Mosaikjungfer oder die Schwarzglänzende Moorameise zu finden.
Mehr dazu erfährt man in der Ausstellung. Diese hat hat täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.


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