Preisgekrönte Masken aus Prüfungsaufgaben
BRAUNAU. Schülerinnen der HLW Braunau fertigten aus alten Schularbeiten und Co. kreative Formen der Gesichtsverhüllung. Ihr Kunstprojekt wurde ausgezeichnet.

„Es ist bei Gestaltungsprozessen eine bewährte Methode, ein bestimmtes Material vorzugeben. In diesem Fall entschieden wir uns für ein Abfallprodukt, das in der Schule in großen Mengen zur Verfügung steht – Papierstreifen aus dem Aktenvernichter“, erklärt die Kunst-Lehrerin Johanna Kirmann. „Diese Streifen erschienen uns in vielfacher Hinsicht interessant, weil sie neben ihrer ästhetischen Qualität auch symbolisch aufgeladen sind.“
Die Streifen bestehen vor allem aus alten Schularbeiten oder Maturaaufgaben. Aus je einem Sack wurde eine Maske gefertigt.
Schutz und Verstummung
Mit dem Material assoziiere man komplexe Verwaltungsstrukturen, Masken bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Ritual, Schutz und Verstummung. Je nach Kontext können sie positive, aber auch negative Emotionen auslösen. Das machten sich die Schülerinnen zunutze.
„Ähnliche Ambivalenzen empfinden Lernende und Lehrende auch im Bereich des Schulwesens“, sagt Kirmann. „Dinge, die Lernende in ihrer Entwicklung eigentlich unterstützen, ihnen Schutz bieten sollen, werden zu angstbesetzten Stolpersteinen, Lehrende zu Feindbildern.“
Helfer oder Peiniger
Den handelnden Personen sei es, wie in einer klassischen griechischen Tragödie, nur bedingt möglich, die zugewiesene Rolle zu durchbrechen. „Die Masken sind Sinnbild für diese Ambivalenz zwischen Macht und Ohnmacht, Helfer zu sein oder Peiniger.“
Auszeichnung des Bundesministeriums
Die Schülerinnen besuchen die Vertiefung „Digi Design Academy“ an der HLW Braunau. Sie reichten ihr Projekt unter dem Titel „Hide and Seek“ bei „projekteuropa 2023/24 | (k)now – kreativ.aktiv.neugierig“, an dem das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung beteiligt ist, ein. Für die Auszeichnung bekamen sie 800 Euro.


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