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Pfotenhilfe: „Die Politik hinkt der Entwicklung der Gesellschaft stark hinterher“

Theresa Senzenberger, 09.10.2020 07:30

LOCHEN. Anlässlich des Welttierschutztages zieht die Pfotenhilfe Bilanz über die Lage der Tiere: Zwar steige das Bewusstsein für Unrecht gegenüber Tieren immer mehr, gleichzeitig hinke die Politik der gesellschaftlichen Entwicklung hinterher.

Dieser Hund konnte von der Tierschutzorganisation gerettet werden. Viele andere Tiere warten noch auf einen verbesserten Schutz, so die Pfotenhilfe. Foto: Pfotenhilfe

Am 4. Oktober, dem Geburtstag des heiligen Franz von Assisi, findet jedes Jahr der Welttierschutztag statt. Er soll daran erinnern, dass Tiere schutzbedürftige Wesen sind, mit denen wir unseren Planeten teilen und dass Tiere „uns gleichgestellte Schwestern und Brüder“ sind, wie der Heilige es formulierte.

„Davon merkt man rund 800 Jahre nach seinem Tod leider immer noch nichts“, bedauert Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler. Zwar steige das Bewusstsein für Unrecht gegenüber Tieren, dennoch mehren sich Fälle von Tierquälerei oder extremer Vernachlässigung, sei es in privater, aber auch landwirtschaftlicher Haltung. Jeden Tag sei die Tierschutzorganisation mit traurigen Tierschicksalen konfrontiert.

Thema Kastrationspflicht

„Zudem hinkt die Politik der gesellschaftlichen Entwicklung stark hinterher“, erklärt die Pfotenhilfe. „Bestes Beispiel ist das leidige Thema Katzen-Kastrationspflicht, dessen quantitative und qualitative Ausmaße nicht erkannt werden, weil die halb verwilderten, oft schwer kranken Katzen still und meist unsichtbar leiden und sterben: Hier bestehen nach wie vor komplizierte Ausnahmeregelungen, die eine Kontrolle durch die zuständigen Veterinärämter schwierig bis unmöglich machen“, sagt Stadler.

Da die Zahl der Amtstierärzte pro Bezirk sehr gering sei, können diese meist nur auf Anzeigen reagieren. Dadurch sei die Dunkelziffer von nicht entdeckten gesetzwidrigen Haltungen extrem hoch. Auf www.pfotenhilfe.at gibt es deshalb die Möglichkeit, anonyme Meldungen, die an die Behörden weitergeleitet werden, zu verfassen.


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