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LOCHEN/OBERTRUM. Ein erst zehn Wochen altes Kätzchen wurde zur Tierschutzorganisation Pfotenhilfe in Lochen gebracht. Die vermeintlichen Finder des kleinen Katers könnten allerdings die ursprünglichen Besitzer des Tieres sein, wie Zeugen nun angaben.

Kater Fritzi ist jetzt bei der Pfotenhilfe. Foto: Pfotenhilfe
Kater Fritzi ist jetzt bei der Pfotenhilfe. Foto: Pfotenhilfe

Als die „Finder“ den Kater zur Pfotenhilfe brachten, erklärten sie, dass sie ihn beim Spaziergang in Obertrum gefunden hatten. Er sei an einem Strick bei einem Gebüsch festgebunden gewesen. Das Kätzchen wurde daraufhin in die Quarantänestation der Pfotenhilfe aufgenommen und von einer Tierpflegerin Fritzi getauft.

Als die Tierschutzorganisation das Foto des Katers veröffentlichte, meldeten sich allerdings Zeugen, die angaben, dass es sich bei den Findern um die Halter des Tieres handelt. Diese hatten wohl versucht, mit ihrer Aussage die Aufwandsentschädigung zu umgehen, welche die Pfotenhilfe verrechnet, wenn Tierhalter ihre eigenen Tiere abgeben. Für Fundtiere erstattet das Land Salzburg der Pfotenhilfe pauschal einen Teil der entstehenden Kosten.

Anzeige steht im Raum

Sollten die Ermittlungen ergeben, dass die Finder tatsächlich die Besitzer des Tieres sind, würde dies den Tatbestand des Betrugs erfüllen und die Pfotenhilfe müsse eine polizeiliche Anzeige erstatten. „Wir hatten einen sehr ähnlichen Fall im Frühjahr mit der angeblichen Finderin von zwei Frettchen. Das Bezirksgericht Neumarkt hat die Frau im Sommer mittels Diversion zur Erstattung des entstandenen Schadens verpflichtet“, berichtet Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler.

„Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, warum Menschen sich ständig unüberlegt fühlende Lebewesen zulegen, als wären es Stofftiere, die man einfach wieder entsorgen kann, wenn man sie nicht mehr will: Eine der Grundvoraussetzungen für Tierhaltung ist Verantwortungsgefühl, sodass man sich also vorher überlegen muss, ob man für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre für das Tier sorgen will und kann. Und wenn man diese Frage gesichert bejahen kann, sollte natürlich der erste Weg jedenfalls in ein Tierheim führen.“


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