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BRAUNAU. Krebserkrankungen zählen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in Österreich und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. Daher sollten Früherkennungsuntersuchungen unbedingt wahrgenommen werden.

Primar Florian Roitner (Foto: Berit Helmlinher/KH Braunau)
Primar Florian Roitner (Foto: Berit Helmlinher/KH Braunau)

Rund 40.000 Menschen erhalten hierzulande jährlich die schwerwiegende Diagnose Krebs. Aufgrund der Corona-Pandemie haben in den letzten Monaten viele Menschen auf wichtige Termine für Früherkennungsuntersuchungen verzichtet. Das Land OÖ und die oberösterreichischen Krankenhäuser rufen trägerübergreifend dazu auf, diese möglicherweise lebensrettenden Untersuchungen nicht zu vernachlässigen.

Zu den häufigsten Krebsarten in Österreich zählen Prostata-, Brust- und Darmkrebs. Bei ihnen besteht bei früher Diagnose eine deutlich bessere Heilungschance, da die Tumore noch klein und begrenzt sind. „Durch die Corona-Pandemie sehen wir in Österreich leider deutlich rückläufige Zahlen bei Vorsorge-Koloskopien und Früherkennungsuntersuchungen. Mit einer Vorsorge-Koloskopie kann die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden. Wird diese unterlassen und der Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, führt dies zu einer schlechteren Prognose und reduzierten Heilungsaussichten. Das Gleiche gilt für Früherkennungs-Untersuchungen wie die Mammographie“, sagt Primar Florian Roitner, Abteilungsleiter der Inneren Medizin 2 am Krankenhaus Braunau.

Früherkennung als wesentlicher Überlebensfaktor

Ab einem bestimmten Alter sollten regelmäßige Untersuchungen für folgende Krebsarten durchgeführt werden: Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Hautkrebs. Ansprechpersonen dafür sind primär die zuständigen Fachärztinnen und Fachärzte im niedergelassenen Bereich.

Nicht ignorieren, sondern reagieren

Doch nicht nur die Früherkennung kann Leben retten. „Wenn Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Änderung der Stuhlkonsistenz oder starke Abgeschlagenheit auftreten, könnten dies Symptome einer Krebserkrankung sein. Auch Blutbeimengungen beim Stuhlgang sind ein Warnzeichen. Diese Symptome sollten vom Hausarzt weiter abgeklärt werden“, betont Roitner.

Krebstherapie unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen

Menschen mit einer Krebserkrankung zählen zu jenen Gruppen, für die eine Corona-Infektion ein erhöhtes Risiko darstellt. Doch Therapien sollten keinesfalls ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ausgesetzt oder verschoben werden, da Tumore möglicherweise weiterwachsen oder Tochterabsiedlungen bilden. Alle Kliniken haben umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte, das Risiko einer Corona-Infektion wird damit äußerst gering gehalten.

Erste Hilfe bei Beschwerden

Bei gesundheitlichen Problemen ist der Hausarzt die richtige Ansprechperson. Außerhalb der Öffnungszeiten helfen die geschulten Fachkräfte der telefonischen Gesundheitsberatung 1450. Auch www.wobinichrichtig.at informiert über die jeweils richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem.


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