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BRAUNAU. Ob Lärmbelästigung oder unzureichende Müllentsorgung – in der Nachbarschaft gibt es vieles, was zu Konflikten führen kann. In Braunau vermittelt hier kostenlos Wohnen im Dialog. Anlässlich des Tages der Mediation am 18. Juni geben die Mediatorinnen Susanne Lew und Jenny Aigner Einblick in ihre Arbeit.

Susanne Lew und Jenny Aigner sind eingetragene Mediatorinnen. (Foto: Alexander Koller)
Susanne Lew und Jenny Aigner sind eingetragene Mediatorinnen. (Foto: Alexander Koller)

Nachbarschaftskonflikte gibt es laut den beiden eingetragenen Mediatorinnen viele. Die Gründe sind vielfältig und reichen von falsch geparkten Autos über nicht eingehaltene Nachbarschaftspflichten bis hin zu „störenden“ Haustieren. „Oft sind es Themen, die die Hausordnung betreffen“, berichtet Lew. Aber auch Lärm, Müll, Geruchsbelästigung und der Umgang miteinander sind häufige Konfliktgründe.

Verstärkt werden die Konflikte durch aktuelle Belastungen, wie die hohen Teuerungen. „Durch Corona haben sich die Konflikte vermehrt – die Auswirkungen sind zeitversetzt zu sehen“, erzählt Lew. „Ich glaube, dass die Menschen nicht mehr so belastbar sind. Die Frustrationstoleranz sinkt und die Leute gehen schneller in den Streit.“ In Braunau gibt es daher durch Wohnen im Dialog der Volkshilfe ein von der Stadt Braunau unterstütztes kostenloses Vermittlungsangebot. Hierbei sind die Mediatorinnen vor allem in der Neustadt und in Laab unterwegs, um dabei zu helfen, Nachbarschaftskonflikte zu lösen.

Verständnis fördern

Die beiden sehen sich vor allem als unparteiische Vermittlerinnen: „Mediation ist eine Methode, um gegenseitiges Verständnis zu fördern“, erklärt Lew. Ziel sei es, dass Parteien gemeinsam daran arbeiten, Lösungen zu finden, bei denen alle Interessen berücksichtigt werden.

Die Lösungen kommen also nicht von den Mediatorinnen, sondern von den Menschen in der Nachbarschaft, die selbst Vorschläge erarbeiten. Mediatoren schaffen den Rahmen dazu. Gibt es einen Nachbarschaftskonflikt, können die Mediatorinnen kontaktiert werden. Sie nehmen dann den Kontakt mit der anderen Partei auf. Sind beide Seiten freiwillig zu einer Vermittlung bereit, startet die Mediation.

Gemeinsame Lösung

Vor dem Gespräch werden die Rahmenbedingungen festgelegt und beide Parteien versichern, dass sie bereit sind, an einer Lösung zu arbeiten. In den Sitzungen erhält dann jeder genug Zeit, seine Seite darzulegen. Die Mediatoren fragen dabei gezielt nach. Die Gespräche können jederzeit abgebrochen werden. Die Mediatorinnen haben Schweigepflicht.

Die Konfliktparteien können im Gespräch Regeln herausarbeiten – beispielsweise, wie man miteinander umgehen möchte.

Der Fokus sollte dabei weg von der Anklageschiene und hin zu einem besseren Verständnis gehen. „Ein Wendepunkt kann dann sein, wenn die Menschen anfangen zu verstehen, warum sich der andere so verhält“, sagt Aigner.

Dahinterliegende Probleme

Nachbarschaftskonflikte können entstehen, wenn beispielsweise die Hausordnung nicht klar definiert ist. Der Hintergrund für Meinungsverschiedenheiten liegt aber oft auch auf der persönlichen Ebene. Nicht immer allerdings lassen sich die Konflikte mit Mediation lösen. Hinter den Konflikten kann ein anderes Grundproblem liegen. „Es gibt beispielsweise auch Personen, die einfach Aufmerksamkeit und Kontakt suchen und sich nicht trauen zu sagen: Ich bin einsam. In diesem Fall ist eine Mediation nicht das richtige Mittel. Hier kann aber eine andere Art von Unterstützung oder eine Vermittlung an eine Beratungseinrichtung hilfreich sein“, so Lew. „Je früher der Dialog und eine Unterstützung gesucht wird, desto besser.“

Wohnen im Dialog
Laabstraße 10a, Braunau
0676 8734 7197
wohnen.braunau@volkshilfe-ooe.at

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