Pfotenhilfe: Neues Jahr beginnt mit Welle an Tierabgaben
LOCHEN. Schon das Jahr 2025 stellte den Tierschutzhof Pfotenhilfe in der Grenzregion Oberösterreich/Salzburg vor enorme Herausforderungen. Unzählige Menschen wollten Tiere abgeben, deren Anschaffung offenbar nicht ausreichend überlegt worden war, oder meldeten ausgesetzte Vierbeiner und Kleintiere. Dass das neue Jahr diese Entwicklung sogar noch übertreffen würde, damit hatte Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler nicht gerechnet.
„Alleine gestern, am Montag, hatten wir elf Anfragen von Haltern, die insgesamt 33 Tiere bei uns unterbringen wollten“, berichtet Stadler fassungslos. „Wie soll denn das weitergehen?“ Unter den betroffenen Tieren befanden sich Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Laufenten, Hähne sowie ganze 15 Wellensittiche. Trotz der angespannten Situation konnte für alle Tiere eine Lösung gefunden werden – doch die Belastungsgrenze sei damit längst erreicht.
Tieranschaffung will gut überlegt sein
Die Pfotenhilfe appelliert seit Jahren eindringlich an Tierinteressierte, sich vor einer Anschaffung umfassend zu informieren und ehrlich zu prüfen, ob ein Tier langfristig ins eigene Leben passt. Dazu gehören nicht nur Zeit, Platz und finanzielle Mittel, sondern auch die Bereitschaft aller Familienmitglieder, Verantwortung zu übernehmen. Besonders bei Mietwohnungen ist es unerlässlich, vorab zu klären, ob die Haltung von Tieren überhaupt erlaubt ist.
Am Tierschutzhof selbst werden Vergabetermine daher erst nach eingehender Beratung vereinbart. Nach dem Studium der Vergabekriterien auf www.pfotenhilfe.at folgt ein ausführliches telefonisches Gespräch, idealerweise unter Einbeziehung möglichst vieler Familienmitglieder. Ziel ist es, spätere Überforderung und erneute Tierabgaben von vornherein zu vermeiden.
Hähne als Dauerproblem im Tierschutz
Ein besonders großes und seit Jahren bekanntes Problem sind unerwünschte Hähne. Wer sich eine Hühnerschar anschaffen möchte, müsse sich bewusst sein, dass deren Bedürfnisse weit über ein paar Quadratmeter Auslauf und etwas Futter hinausgehen, betont Stadler. Zudem sind landwirtschaftliche Tiere in Wohngebieten grundsätzlich nicht erlaubt. Beschwert sich auch nur ein Nachbar über den lauten Hahn, muss dieser weg – eine Regelung, die höchstgerichtlich bestätigt ist.
Die Folge: Am Tierschutzhof Pfotenhilfe leben mittlerweile dutzende abgeschobene Hähne. „Ein Hahn ist für das Sozialgefüge einer Hühnerschar äußerst wichtig“, erklärt Stadler, „aber bitte lassen Sie Hühner keinesfalls brüten. Sonst hat man plötzlich jede Menge Hähne und damit ein massives Problem.“ Bei zu wenig Platz käme es häufig zu blutigen Rangkämpfen, die sogar tödlich enden können. „Und wir haben wirklich schon mehr als genug Hähne“, so Stadler abschließend.
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