Braunau hieß Geflüchtete aus der Ukraine bei Frühstück willkommen
BEZIRK BRAUNAU. Zahlreiche Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, nutzen das Willkommens-Frühstück der Wirtschaftskammer (WKO) Braunau, um sich über den Bezirk Braunau zu informieren.

Die Veranstaltung sollte dazu dienen, dass sich die Menschen untereinander sowie den Bezirk Braunau und seine Institutionen besser kennenlernen können, erklärte WKO-Bezirksstellenleiter Klaus Berer. Er betonte: „Sie sind bei uns herzlich willkommen.“
Zusätzlich zum Frühstück gab es in der Wirtschaftskammer daher mehrere Vorträge. So waren beispielsweise Vertreter der Bezirksstellen der ÖGK, Bezirkshauptmannschaft, Volkshilfe, REKI, Migrare oder des BFI zu Gast, um über wichtige Themen zu sprechen und Fragen zu beantworten. Dolmetscherinnen überbrückten die Sprachbarrieren.
Dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde, freute Berer: „Es haben sich 50 Teilnehmer angemeldet. Gekommen sind aber einige mehr.“ Besonders junge Mütter nutzten die Gelegenheit.
Laut Berer befinden sich derzeit rund 300 Geflüchtete aus der Ukraine im Bezirk. Er brachte bei seinem Vortrag den Teilnehmern unter anderem die Themen Wirtschaftsregion oder die Traditionen des Bezirks nahe.
Kinderbetreuung gefragt
Viele der Geflüchteten sind bereits seit März im Bezirk und haben sich inzwischen schon etwas eingelebt, berichtet Julia Schweiger, eine Volkshilfe-Mitarbeiterin und Ukrainisch-Dolmetscherin. Eine Schwierigkeit sei aktuell aber noch das Thema Mobilität und die Kinderbetreuung. Viele warten außerdem darauf, dass sie bald mit den Deutschkursen starten können. „Sie wollen gerne Deutsch lernen. Die Menschen sind froh, so herzlich aufgenommen zu werden. Die Gemeinden helfen hier sehr mit“, berichtet die Dolmetscherin.
Mehr Deutschkurse geplant
Deutschkurse werden im Bezirk am BFI angeboten. Hier gibt es aktuell vier Kurse, das Angebot soll aber aufgestockt werden. Damit Geflüchtete einen dieser Kurse absolvieren können, muss im Vorfeld eine Zielgruppenbestimmung gemacht werden. Außerdem brauchen sie eine Versicherungsnummer und eine blaue Karte. Interessierte können sich für die Kurse am BFI oder beim AMS anmelden.
Stefan Seilinger vom AMS Braunau vermittelte den Teilnehmern Zuversicht. „Es gibt viel Arbeit – für jeden im Bezirk.“ Aktuell sind 78 Geflüchtete aus der Ukraine im Bezirk beim AMS vorgemerkt. 35 begannen bereits zu arbeiten. Zur Unterstützung bietet die AMS-Homepage auch wichtige Infos in ukrainischer Sprache und Infos für Firmen an. „Uns ist es auch wichtig, dass wir bereits vorhandene Qualifikationen nutzen können“, sagt Seilinger.
Familie aufgenommen
Beim Infotag war etwa auch Franz Angermayr aus St. Johann. Er nahm gemeinsam mit seiner Frau Maria eine Flüchtlingsfamilie – eine Mutter mit Zwillingen und deren Großmutter, die aus Kiew geflüchtet waren – auf. „Wir sehen es als Bereicherung an. Es ist ein schönes Gefühl, etwas Gutes zu tun“, sagt Angermayr. Als Verständigung dient eine Übersetzungs-App.


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