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BEZIRK BRAUNAU. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise sei die Zahl der Firmenpleiten im Vorjahr nahe an das Vorkrisenniveau herangekommen, zeigt eine Analyse des Kreditschutzverbandes KSV1870. Auch im Bezirk Braunau waren deutlich mehr Firmen und Privatpersonen betroffen.

14 Unternehmen aus dem Bezirk mussten im vergangenen Jahr mangels kostendeckenden Vermögens sofort und ohne Insolvenzverfahren aufgelöst werden. (Foto: Erwin Wodicka)

Die Liste an Herausforderungen, mit denen sich die Betriebe aktuell beschäftigen müssen, ist im Jahresverlauf nicht kleiner geworden. Explodierende Kosten, steigende Energie- und Rohstoffpreise, die hohe Inflation, erhöhte Zinsbelastungen und der akute Personalmangel belasten die Budgets der Unternehmen weiterhin massiv. „Angesichts der Vielzahl an Baustellen, mit denen sich die heimische Wirtschaft herumschlagen muss, ist es keine Überraschung, dass die Zahl der Firmenpleiten gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte gestiegen ist“, erklärt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Demnach wurden in Österreich seit Jahresbeginn 4.775 Unternehmensinsolvenzen gezählt – ein Plus von 57,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei fällt auf, dass insbesondere die Zahl der mangels Kostendeckung nicht eröffneten Fälle massiv gestiegen ist und auch hier wieder Sphären des Vorkrisenniveaus erreicht werden: Mussten im Vorjahr 974 Fälle abgewiesen werden, waren es heuer mit 1.871 Fälle beinahe doppelt so viele. „Wird eine Pleite mangels Kostendeckung nicht eröffnet, sind in dem insolventen Unternehmen nicht einmal mehr 4.000 Euro verfügbar, um Gerichtskosten zu finanzieren“, erklärt Götze und ergänzt: „Das ist sehr häufig ein Zeichen dafür, dass mit dem Insolvenzantrag solange zugewartet wurde, bis gar nichts mehr geht. In so einem Fall verliert das Unternehmen die Gewerbeberechtigung und müsste liquidiert werden. Der ‚worst case‘ für alle. Denn sämtliche Mitarbeiter verlieren ihre Jobs und die Gläubiger sehen keinen Cent.“

Deutlicher Anstieg im Bezirk Braunau

Auch im Bezirk Braunau war die Zahl der abgelehnten Insolvenzverfahren mit 14 ebenso hoch wie jene der genehmigten Unternehmensinsolvenzen. Zum Vergleich: In Jahr 2021 standen 7 Unternehmensinsolvenzen drei nicht eröffneten Insolvenzverfahren gegenüber. Auch die Zahl der Privatinsolvenzen ist mit 54 im Vergleich zu 31 im Jahr 2021 deutlich angestiegen. Dies liegt deutlich über den bundesweiten Durchschnitt von 13,1 Prozent.  „Ein Privatkonkurs entwickelt sich zwar im Regelfall über einen längeren Zeitraum, doch die massiven Preissteigerungen und die anhaltend hohe Inflation bringen das Fass häufig zum Überlaufen. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir uns seit mittlerweile fast drei Jahren in einem wirtschaftlichen Ausnahmezustand bewegen und sich die finanzielle Anspannung zuletzt noch weiter verschärft hat“, erklärt Götze.


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