Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BRAUNAU. Die Menschen sind bereit zu handeln, wenn es um den Klimaschutz geht. Das stellen Gabriele Scherrer von den Grünen in Braunau sowie Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz, Energiesprecherin der Grünen, fest. Bei einer Exkursion zu einigen Anlagen im Innviertel konnten sich interessierte Teilnehmer ausführlich informieren.

  1 / 2   Viele Interessierte nahmen an der Exkursion zu den Windrädern im Innviertel teil und informierten sich über das Thema Windenergie. (Foto: Die Grünen Bezirk Braunau)

Wie wichtig dieses Thema den Innviertlern ist, bewiesen die Anmeldungen, die es ermöglichten, mit einem Bus auf Infotour zu gehen. Bereits während der Fahrt informierte Johann Winkelmeier als erfahrener Fachmann in punkto Energiewirtschaft über technische Voraussetzungen.

Ulrike Schwarz betonte, dass eine Energiewende unumgänglich ist, um späteren Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Viele Österreicher haben das bereits erkannt und auf heimischen Dächern Solaranlagen installiert, 90.000 alleine im Frühjahr 2023.

Neben Solar- und Wasserkraft kommt bei der Stromerzeugung aber auch der Windkraft eine wichtige Rolle zu, um das Ziel der Grünstromproduktion bis 2040 zu erreichen. Schwarz wehrt sich dabei gegen die Darstellung, dass in Oberösterreich zu wenig Potential vorhanden ist. Vergleicht man die Bundesländer, so liegt Oberösterreich nach Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland an vierter Stelle der Potentialbewertung.

„Neben dem Bau von PV-Anlagen müssen wir dabei auch reden, Kleinwindräder aufzustellen“, ist Schwarz überzeugt, wobei sie sich für klare Regeln ausspricht.

Von 31 auf 100 Windräder

Bis vor zwei Jahrzehnten war Oberösterreich noch Pionierland in der Nutzung von Windkraft, erinnert sich Johann Winkelmeier, 1986 Gründungsmitglied des Vereins Energiewirtschaft. Die ersten Windräder wurden errichtet mit dem Finanzierungs-Novum einer Bürgerbeteiligung. 31 Windkraftanlagen wurden seither in Oberösterreich aufgestellt mit einer Leistung von etwa 50 Megawatt in Betrieb. Nach jahrelangem Stillstand wird jetzt der Ausbau wieder forciert und soll bis 2030 das Ziel von 100 Windrädern erreichen. Kleine und mittlere Anlagen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Laut Definition spricht man bei Kleinwindrädern von Anlagen bis 20 Kilowatt Leistung und 15 Metern Durchmesser. Als mittlere Windkraft werden Anlagen zwischen 20 und 1.000 Kilowatt Leistung beziehungsweise 15 bis 60 Metern Durchmesser bezeichnet. Welche Anlagenstärke in Frage kommt, liegt an verschiedenen Parametern. Wichtig ist vor allem die Wahl einer soliden Anlagentechnik, die seriöse Abschätzung der Windverhältnisse und des möglichen Energieertrags. Selbstverständlich sollte auf die Nachbarschaft Rücksicht genommen werden und eine aufmerksame Wartung der Anlage für eine lange Lebensdauer ist ebenfalls erforderlich.

Mittlere Anlagen werden gefördert

Auch wenn die Investition in Kleinanlagen nicht immer wirtschaftlich ist, kann sie sinnvoll sein. Die Investition in eine mittlere Anlage wiederum wird gefördert und eignet sich bei der Finanzierung vor allem für Erneuerbare Energiegemeinschaften, betonen Ulrike Schwarz und Johann Winkelmeier. Fest steht für sie: Die Energiewende braucht jede Kilowattstunde.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden