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BEZIRK BRAUNAU. Die Bevölkerungsgruppe der Senioren wächst – auch im Bezirk Braunau. In 20 Jahren wird fast jeder zweite Wähler aus dieser Gruppe kommen. Der Seniorenbund bietet für sie ein umfassendes Angebot.

Im Bezirk Braunau hat der Seniorenbund über 6.600 Mitglieder. V. l.: Seniorenbund-Landesobmann Josef Pühringer, Nationalrätin Andrea Holzner, Seniorenbund-Bezirksobmann Johann Schweiberer und Landesgeschäftsführer Franz Ebner. (Foto: OÖ Seniorenbund)

„Die Senioren haben eine große Bedeutung – nicht nur bei den Wahlen, sondern auch in der Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Josef Pühringer, der Landesobmann des OÖ Seniorenbundes. Während der Bevölkerungsanteil der Senioren 2023 in Oberösterreich 27,3 Prozent betrug, liegt dieser 2050 bereits bei 34,9 Prozent.

Der Anteil der Wahlberechtigten über 60 Jahre liegt 2050 laut Prognosen schon bei 49,6 Prozent. Die Bedeutung der Senioren für das politische Geschehen steigt somit deutlich.

In Braunau wächst der Anteil der Generation 60 plus an der Gesamtbevölkerung von 2024 bis 2050 von 27,2 Prozent auf 34,0 Prozent. Derzeit gibt es im Bezirk 948 Menschen, die über 90 Jahre alt sind. 2050 sollen es 2.492 sein.

Herausforderung für die Politik

Während die gesamte Bevölkerung im Bezirk um 12,2 Prozent wächst, gibt es in der Gruppe der Senioren eine Steigerung von 40,2 Prozent. „Die demografische Entwicklung – und ihre Konsequenzen – in allen Lebensbereichen wird daher eine der ganz großen Herausforderungen der Politik der Zukunft sein, denn diese Entwicklung hat auf alle Lebensbereiche bedeutsame Auswirkungen.“

Pühringer zufolge ist die Debatte im Sinne von „können wir uns Senioren leisten?“ unfair: „Das lässt aus, dass Senioren viele Leistungen bringen.“ Sie engagieren sich beispielsweise im Oma- und Opadienst, bei Essen auf Rädern, bei Ehrenämtern oder in der Pflege. „Allein im Ehrenamt leisten sie einen wirtschaftlichen Wert von 8,5 Milliarden Euro.“

Für 2024 will der Seniorenbund daher vor allem einen Paradigmenwechsel vorantreiben: „Wir brauchen ein neues Bild von Senioren. Die Mehrheit von ihnen ist aktiv und agil und will am gesellschaftlichen Leben teilhaben“, betont Pühringer.

Verbesserungen erwünscht

„Die Senioren leben nicht im Jammertal. Wir sind uns im Klaren, dass wir in einem der besten Sozialsysteme der Welt leben“, so der Landesobmann. Dennoch will der Seniorenbund die Interessen der Generation 60+ vertreten und für Verbesserungen sorgen. Vor allem in vier Bereichen gebe es Handlungsbedarf: Bei der Pflege, Gesundheit, finanziellen Sicherheit und Altersdiskriminierung.

Ein Anliegen ist beispielsweise mehr Personal im Pflegebereich und eine Erhöhung der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung. „Wichtig wäre auch die Neubewertung der Gesundheitsprävention. Sie muss lukrativ sein“, so der Landesobmann. Die ärztliche Versorgung soll auch auf dem Land gesichert sein. Der niedergelassene Bereich beziehungsweise Kassenstellen sollen attraktiver werden. Außerdem soll es laut dem Seniorenbund eine kostenlose Gürtelrose-Impfung ab 50 Jahren geben.

Zudem soll es Senioren erleichtert werden, in der Pension weiterzuarbeiten, erklärt Tarsdorfs Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete Andrea Holzner. Weiters soll die Altersdiskriminierung abgeschafft werden. Denn vor allem durch die Digitalisierung oder bei „Kleingedrucktem“ werden Senioren benachteiligt.

Erfolgreiche Mitglieder-Werbung

Im Bezirk Braunau gibt es derzeit rund 6.600 Mitglieder des Seniorenbundes. Damit gehört der Bezirk neben Urfahr-Umgebung und Vöcklabruck zu den drei mitgliederstärksten Bezirken Oberösterreichs. 2023 kamen 425 Mitglieder dazu. Maria Schmolln und Lochen waren bei der Neumitglieder-Werbung am erfolgreichsten.

Umfassendes Angebot

Das Angebot des Seniorenbundes umfasst unter anderem kostenlose Beratungen, spezielle Reisen sowie ein Gemeinschafts- und Sportangebot. Heuer wird der Schwerpunkt auf das Thema Sicherheit gelegt. Das betrifft nicht nur Vorbeugung gegen Kriminalität und Cyberkriminalität, sondern auch Sicherheit im Straßenverkehr und Wohnumfeld. Dazu halten Experten, wie die Polizei, Vorträge. „Wichtig ist die Prävention“, sagt Franz Ebner, der Landesgeschäftsführer des OÖ Seniorenbundes.

Zudem gibt es ein vielfältiges Freizeitprogramm für Senioren. „Dabei legen wir ganz besonderen Wert auf die Bekämpfung der Einsamkeit“, erklärt Johann Schweiberer, der Seniorenbund-Bezirksobmann. So werden beispielsweise Tanz-Veranstaltungen angeboten. Spannende Termine dieses Jahr sind laut dem Seniorenbund zudem die Landes- und Bundeswallfahrt am 12. September, der große Landeswandertag in Sigharting im Juli oder die Pilgerreise nach Rom mit Papstaudienz im November.


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