Amag will Klimaneutralität und setzt auf Wasserstoff
RANSHOFEN. Der Ranshofner Aluminiumerzeuger AMAG will klimaneutral werden und hat dafür schon einen Plan. Damit die Umsetzung gelingt, brauche es aber verlässliche Rahmenbedingungen – unter anderem in puncto Wasserstoff.

Bis 2050 will die AMAG klimaneutral sein – im Idealfall sogar bereits 2040. Ein Zwischenziel ist die Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2030. Zur Dekarbonisierung arbeitete das Ranshofner Unternehmen bereits ein Konzept aus.
Aktuell wird die Elektrolyse Alouette in Kanada mit Strom aus Wasserkraft betrieben, am Standort Ranshofen verwendet man Erdgas sowie Strom aus verschiedenen erneuerbaren Quellen. Auch in Zukunft wird die AMAG einen Energiemix brauchen, erklärt CEO und Technikvorsitzender Helmut Kaufmann. Die fossilen Quellen sollen aber ersetzt werden. Die Investitionen dafür liegen im dreistelligen Millionenbereich.
Verschiedene Quellen
Schon jetzt nutzt der Aluminiumerzeuger Sonnenergie. Neue Gebäude werden mit PV-Anlagen ausgestattet. Die bestehenden Anlagen werden verdoppelt und erstrecken sich auf 120.000 Quadratmetern. Die erweiterte PV-Anlage deckt fünf Prozent des aktuellen Bedarfs an elektrischer Energie ab.
20 Prozent des aktuellen Strombedarfs wird von Windkraft abgedeckt. Zudem wird seit 2024 Strom aus österreichischen Wasserkraftwerken zugekauft – das sind 14 Prozent des derzeitigen Bedarfs.
Wasserstoff für Öfen
Als Ersatz für das Erdgas in den Öfen der Gießerei möchte das Unternehmen künftig Wasserstoff verwenden, wozu es bereits mehrere Forschungsprojekte gibt. Um das zu verwirklichen, seien aber nicht nur weitere Forschungsleistungen notwendig, sondern auch passende Rahmenbedingungen, erklärt Kaufmann.
So seien beispielsweise Investitionen in das Leitungsnetzwerk und die Verteilerinfrastruktur erforderlich. Die Preisentwicklung und Verfügbarkeit von ausreichend grünem Wasserstoff sei entscheidend. Eine rasche Regulation sei in Österreich dringend erforderlich, sagt auch Erwin Stecher, AMAG-Bereichsleiter Einkauf und Materialwirtschaft. „Sonst kann man die Klimaziele für Österreich durchstreichen.“
Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, ein umfassendes effizientes Fördersystem, realistische politische Zielvorgaben sowie eine langfristige Planungssicherheit sind laut Kaufmann ebenfalls wichtig. Nicht zuletzt brauche die Dekarbonisierung auch gesellschaftliche Akzeptanz und beschleunigte Behördenverfahren.
Schrittweise Umstellung
Die Umstellung soll Schritt für Schritt erfolgen. „Derzeit haben wir mehr als 100 einzelne Öfen, die umgebaut werden müssen“, so der CEO. „Die AMAG wird auch in Zukunft kein großer Energieerzeuger sein. Die Erwartung ist, dass der Strom in Zukunft ein erneuerbarer Strom sein wird. Im Sinne Österreichs muss hier etwas weitergehen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden