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Zwei weitere Folgeinsolvenzen über Mitglieder der KTM-Gruppe eröffnet

Online Redaktion, 07.01.2025 15:59

MATTIGHOFEN/MUNDERFING/LINZ. Die finanzielle Krise innerhalb der KTM-Gruppe zieht weitere Kreise: Über das Vermögen der Pierer E-Commerce GmbH mit Sitz in Munderfing und der Avocodo GmbH mit Sitz in Linz, beides Tochtergesellschaften der Pierer Mobility AG, wurden Insolvenzverfahren eröffnet, wie der Kreditschutzverband KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekanntgeben.

Symbolfoto (Foto: Tips)
Symbolfoto (Foto: Tips)

Diese Entwicklungen stehen im direkten Zusammenhang mit den bereits laufenden Sanierungsverfahren der KTM AG und der beiden Tochtergesellschaften KTM Components GmbH und KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH.

Pierer E-Commerce GmbH: Schlüsselrolle im Online-Vertrieb

Am 7. Jänner wurde über die Pierer E-Commerce GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Ried eröffnet. Die im Jahr 2021 gegründete Gesellschaft ist für die digitalen Vertriebskanäle der KTM-Gruppe verantwortlich, darunter die Pflege von Online-Shops und Marketing-Kampagnen. Mit 25 Dienstnehmern, rund vier Millionen Euro Passiva und 45 Gläubigern plant das Unternehmen eine Fortführung und bietet eine 20-prozentige Sanierungsquote, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme, an.

Die Insolvenz resultiere direkt aus der finanziellen Schieflage der KTM AG, welche Dienstleistungen der Pierer E-Commerce GmbH im November und Dezember 2024 nicht beziehungsweise nicht ausreichend vergütete, heißt es in einer Aussendung des KSV1870. Zum Insolvenzverwalter wurde Peter Virtbauer, Rechtsanwalt in Schärding, zu seinem Stellvertreter Karl Wagner, Rechtsanwalt in Schärding, bestellt. Die erste Gläubigerversammlung findet am 5. März statt, während am 9. April über den Sanierungsplan abgestimmt wird.

Avocodo GmbH: Software-Dienstleister in der Krise

Auch die Avocodo GmbH, mit Sitz in Linz und 126 Beschäftigten, hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Unternehmen entwickelt und wartet zentrale Systeme wie „DealerNet“ und „DealerHub“, die den weltweiten Motorrad- und Ersatzteilverkauf der KTM-Gruppe ermöglichen. Die offenen Verbindlichkeiten bei 83 Gläubigern sollen sich auf etwa 3,3 Millionen Euro belaufen, wobei über 80 Prozent der Umsätze mit der KTM AG und KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH erzielt wurden.

Die Avocodo GmbH plant ebenfalls eine Fortführung und bietet Gläubigern eine 20-prozentige Quote, zahlbar binnen 24 Monaten. Potenzielle Investoren zeigen bereits Interesse an einer Beteiligung, wie der AKV in einer Aussendung bestätigte. Forderungsanmeldungen können bereits ab sofort über den AKV durchgeführt werden.

Zukunft der KTM-Gruppe steht auf der Kippe

Die wirtschaftliche Lage der KTM-Gruppe bleibt angespannt. Aktuell sucht die Eigentümerseite mit Unterstützung der Citibank nach Investoren, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Verbindliche Angebote werden bis Ende Jänner erwartet. „Die kommenden Wochen sind entscheidend für die Zukunft der KTM-Gruppe. Die aktuellen Maßnahmen fokussieren sich auf die Restrukturierung und Stabilisierung des Unternehmens“, so Karl-Heinz Götze vom KSV1870. „Die erfolgreiche Umsetzung der Sanierungspläne und die Zustimmung der Gläubiger sind die Basis, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“, erläutert Alexander Meinschad vom KSV1870.


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