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Online Redaktion, 20.02.2025 15:34

MATTIGHOFEN/WELS. Die Pierer Industrie AG mit Sitz in Wels hat ein Europäisches Restrukturierungsverfahren beantragt, das am 25. November 2024 vom zuständigen Landesgericht Wels eröffnet wurde. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bestätigte, wurde der Restrukturierungsplan nun von den Gläubigern angenommen. Damit sei der erste Schritt für die Sanierung der KTM-Gruppe gemacht.

Symbolfoto (Foto: Tips)
Symbolfoto (Foto: Tips)

Gleichzeitig mit der Eröffnung des Verfahrens wurde eine Vollstreckungssperre angeordnet, welche noch bis zur Abstimmungstagsatzung am 25. Februar Bestand hat.

Drei Gruppen von Anleihengläubigern sind von diesem Verfahren betroffen

  • Die zum amtlichen Handel an der Wiener Börse zugelassene Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 100 Millionen Euro (Laufzeit: 2020 bis 2028)

  • Schuldscheindarlehen in Höhe von 132,5 Millionen Euro (Laufzeiten: 2020 bis 2025 und 2020 bis 2026)

  • Die privat platzierte Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 15.000.000 Euro (Laufzeit: 2021 bis 2033)

Das erwartet die Gläubiger

Der Restrukturierungsplan sieht vor, dass betroffene Gläubiger 100 Prozent ihrer Forderungen erhalten, zahlbar in zwei Raten: 68,69 Prozent bis spätestens 31. Dezember 2026 und 31,31 Prozent bis spätestens 31. Dezember 2027.

Auf die Forderungen der betroffenen Gläubiger entfallende Zinsenzahlungen sind im jeweils vertraglich vereinbarten Umfang und zu den vertraglich vereinbarten Fälligkeitszeitpunkten auf die jeweils offenen Forderungen zu leisten. Die auf den Zeitraum des letzten Fälligkeitszeitpunktes bis zur Zahlung der letzten Kapitalrate entfallenden Zinsen werden gemeinsam mit der Zahlung der letzten Kapitalrate gezahlt, so der AKV.

Nächste Schritte

In der Gläubigerversammlung vom 20. Februar wurde der Restrukturierungsplan angenommen. Dies markiert den ersten wichtigen Schritt in der Sanierung der KTM-Gruppe. Der entscheidende Termin ist jedoch der 25. Februar. An diesem Tag wird über die Sanierungspläne der KTM AG und der beiden Tochtergesellschaften KTM Components GmbH und KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH abgestimmt.

Wie Tips berichtete, führten bisherige Verhandlungen bereits zu einer verbesserten Sanierungsquote von 30 Prozent, die als Barquote ausbezahlt wird. Für die Quotenfinanzierung werden nach aktuellen Einschätzungen rund 600 Millionen Euro von Eigentümern und Investoren benötigt, weitere 150 Millionen sollen für die Wiederaufnahme der Produktion bereitgestellt werden.


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